Eintagsfliegen sorgen für Naturschauspiel

Unmengen an „Nachtfaltern“ beobachtete ein Merkurist-Leser während der Mondfinsternis. Was steckt dahinter?

Eintagsfliegen sorgen für Naturschauspiel

Als der Mond am späten Freitagabend in den Erdschatten wanderte, konnten die Mainzer ein seltenes Schauspiel beobachten: Fast zwei Stunden war er als blutrote Scheibe zu sehen. Ein kleineres, aber auch nicht unspektakuläres Naturschauspiel konnte gleichzeitig Merkurist-Leser Jan beobachten: „Mega viele Nachtfalter am Rheinufer“, schreibt er in seinem Snip und fragt: „Lag das an der Mondfinsternis?“

Zwei Mal nein. Denn zum einen hatte das Schauspiel nichts mit der Mondfinsternis zu tun. Wie Leser Daniel schreibt, war es „letztes Jahr an den Sommerlichtern auch schon so“. Auch damals habe man bei jedem Schritt einige zertreten. Leser Steffen vermutet außerdem richtig, dass es sich am Freitagabend nicht um Nachtfalter, sondern um Eintagsfliegen handelte.

Das bestätigt auch Rainer Michalski vom Naturschutzbund (Nabu). „Die Eintagsfliegen schlüpfen um diese Jahreszeit synchron innerhalb weniger Nächte. Sie paaren sich und legen Eier.“ Wie Michalski weiter erklärt, waren die Eintagsfliegen wegen des stark verschmutzten Rheinwassers jahrzehntelang verschwunden.

„Das Licht der Straßenlampen lockt sie an“ - Rainer Michalski vom Nabu

Seit etwa 20 Jahren tauchten sie dank verbesserter Wasserqualität wieder stärker auf - und alle paar Jahre sogar in großen Massen. „Das Licht der Straßenlampen lockt sie an und es finden sich dann oft große Mengen an toten Tieren unterhalb der Lichtquellen“, so Michalski.

Zunächst hätten die Tiere eine ein- bis zweijährige Phase als Larve unter Wasser. Ihr Erwachsenenleben währt zwar nicht einen Tag, aber nur „wenige Tage und Nächte“. In dieser kurzen Zeit nähmen sie keine Nahrung auf. Sie selbst dienten dafür früher als gefundenes Fressen. Michalski sagt: „Die Unmengen von toten Eintagsfliegen wurden noch vor 100 Jahren als willkommenes Hühner- und Schweinefutter verwendet.“

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