Mehr als 6000 Menschen fordern: „Schluss mit privatem Feuerwerk in Mainz!“

Mehr als 6000 Menschen fordern bereits in einer Onlinepetition ein Verbot von privatem Feuerwerk in Mainz. Noch im November sollen die Unterschriften der Mainzer Stadtverwaltung übergeben werden.

Mehr als 6000 Menschen fordern: „Schluss mit privatem Feuerwerk in Mainz!“

Über 6000 Menschen fordern laut Angaben des „Kolibri-Kollektiv“ in einer Petition das Verbot von privatem Feuerwerk in Mainz. Die Petition soll noch im November an die Mainzer Stadtverwaltung übergeben werden.

Privates Feuerwerk führe Jahr für Jahr zu zahlreichen Verletzten, einer massiven Luft- und Naturverschmutzung sowie einer immensen Belastung für Wild- und Haustiere, heißt es in einer Mitteilung des Kollektivs. Zudem steige das Brandrisiko an Silvester immens: Allein in Berlin brachen in der Neujahrsnacht 2019 400 Feuer aus und auch in Mainz kam es in der letzten verbotsfreien Silvesternacht zu mehreren Bränden. „Während der Pandemie wurde privates Feuerwerk unterbunden, um unsere Rettungsdienste und Notaufnahmen nicht zusätzlich zu belasten. Für uns ist vollkommen unverständlich, weshalb diese Belastung jetzt plötzlich wieder ok sein soll“, sagt Kolibri-Aktivistin Elfriede.

Böller und Feuerwerk könnten wieder frei verkauft werden

Nach zwei Corona-Jahren mit starken Einschränkungen beim Privatgebrauch von Feuerwerkskörpern soll es in diesem Jahr keine bundesweiten Verbote mehr geben. Demnach wären Böller und Feuerwerk wieder frei verkäuflich. Ein Aktivist mit Namen Charly vom Kolibri-Kollektiv hält das in einer Mitteilung für fatal: „In den letzten zwei Jahren haben wir gesehen, dass Silvester auch anders geht, mit dem positiven Effekt von weniger Verletzten, weniger Bränden und entspannten Haustieren.“

Tiere, die ein deutlich besseres Gehör als Menschen hätten, würden durch den plötzlichen Lärm in Panik versetzt. Wildtiere würden zudem in ihrer Winterruhe gestört und seien teilweise tagelang desorientiert. Auch der anfallende Müll durch privates Feuerwerk sei nicht zu unterschätzen. Laut Bundesumweltamt sollen dieses Jahr Städte und Kommunen eigenständig über Feuerwerksverbote entscheiden. Die Initiatoren der Petition sehen die Stadt Mainz daher „mehr denn je in der Pflicht zu handeln“.

„Die Stadt kann den Verkauf von Feuerwerk vielleicht nicht vollständig verbieten, aber sie hat durchaus rechtliche Möglichkeiten, um das Abbrennen von Feuerwerk stark einzuschränken“, so Charly vom Kolibri-Kollektiv. „Es können Feuerwerksverbote durchgesetzt werden, wie es bereits in Stuttgart, Düsseldorf oder Köln der Fall ist. Außerdem kann sich die Stadt beim Land für eine Anpassung der Rechtsgrundlage einsetzen.“

Alternative zum Feuerwerk gefordert

Das Kollektiv sieht die Stadt in der Verantwortung, zeitgemäße und nachhaltige Alternativen zum traditionellen Feuerwerk anzubieten: „Wie wir alle wissen, ist die Mainzer Stadtkasse derzeit so gut gefüllt wie nie. Es sollte also machbar sein, zum Beispiel eine spektakuläre Laser- oder Drohnenshow anzubieten, die sich nicht hinter einem Feuerwerk verstecken muss“, erklärt Aktivistin Elfriede.

Noch vor der nächsten Stadtratssitzung Ende November soll die Petition der Mainzer Stadtverwaltung übergeben werden. Bis dahin werden weiter Unterschriften gesammelt.

Hintergrund

Das Kolibri-Kollektiv bezeichnet sich als eine Gruppe von Menschen, „die nicht bereit sind, länger mit anzuschauen, wie die Welt, in der wir leben, vor unseren Augen für die kurzfristigen Interessen Einzelner zerstört wird.“ Gemeinsam wolle man sich der Zerstörung eigener Lebensgrundlagen aktiv in den Weg stellen. „Wir sind gemeinsam aktiv für eine lebenswerte Zukunft und ein gutes Leben für Alle - egal ob Mensch oder Tier.“

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