Hochwasser im Juli: Ist das normal?

Eigentlich kennen die Mainzer hohe Pegelstände am Rhein eher im Frühling. In diesem Jahr ist das Wasser aber auch im Juli über die Ufer getreten. Woran liegt das, und wird das in Zukunft häufiger vorkommen?

Hochwasser im Juli: Ist das normal?

Während die Hochwasser-Katastrophe die Menschen im Norden von Rheinland-Pfalz weiter in Atem hält, ist auch der Rheinpegel in Mainz in der vergangenen Woche angestiegen. Auch wenn das nicht mit der Situation in der Eifel vergleichbar ist, appellierte die Stadt erst kürzlich an die Bürger, das Rheinhochwasser nicht zu unterschätzen (wir berichteten). Pegelstände wie aktuell sind in Mainz zwar nichts außergewöhnliches, allerdings kennt man sie eher aus dem Frühjahr. Zuletzt lag der Pegel im Februar bei über sechs Metern. Woran liegt es, dass in diesem Jahr auch im Juli Hochwasser herrscht?

Sommerhochwasser ist eher selten

„Die klassischen Hochwassermonate am Rhein liegen im Frühjahr, da mit steigenden Temperaturen der Schnee in den Alpen sowie in den Mittelgebirgen Schwarzwald und Vogesen abschmilzt“, erklärt Milan Sell, Leiter der „Stabsstelle Planung und Information“ im rheinland-pfälzischen Umweltamt. Hinzu käme der viele Regen im Frühjahr. „Im Sommer sind Rhein-Hochwasser eher selten, es gab sie aber auch in der Vergangenheit, so zum Beispiel im August 2002 oder im Juni 2013.“ In beiden Fällen zog infolge eines Tiefdruckgebietes im Mittelmeerraum warme und sehr feuchte Luft nach Mitteleuropa und es kam zu kräftigen Regenschauern.

„Bezogen auf den Monat Juli gilt das aktuelle Hochwasser zu den am höchsten gemessenen Hochwasserereignissen.“ - Milan Sell, Landesamt für Umwelt

„Eine seltene Variation dieser Wetterlage führte auch zu dem aktuellen Hochwasser, wobei die enormen Niederschläge nun weiter westlich eintraten und damit den Westen und Südwesten betroffen haben“, erklärt Sell. „Bezogen auf den Monat Juli gilt das aktuelle Hochwasser zu den am höchsten gemessenen Hochwasserereignissen.“

Weitere Extremwetter erwartet

Extremwetter wie aktuell gab es dementsprechend in der Vergangenheit nur selten im Sommer. In Zukunft wird das wohl anders aussehen: „Eine Folge des Klimawandels ist die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen, wie wir sie zum Beispiel in der Eifel erleben mussten.“ In Folge des Klimawandels rechnen Experten damit, dass die Lufttemperatur steigt und es weniger regnet. Die Niederschläge können dann aber intensiver ausfallen, weil die wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. „Somit können trotz trockener Sommer auch immer wieder Hochwasserereignisse auftreten.“

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