In welchem Zustand sind die Grünanlagen in Mainz?

Frühling bedeutet für viele Gartenarbeit - auch in den städtischen Grünanlagen. Doch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben vor allem den Bäumen zugesetzt.

In welchem Zustand sind die Grünanlagen in Mainz?

Bäume und Sträucher zurückschneiden, Unkraut jäten, Rasen mähen: Gartenbesitzer haben im Frühjahr jede Menge zu tun. Doch nicht nur in Privatgärten stehen diese Arbeiten an. Auch in den städtischen Grünanlagen wird fleißig gewerkelt. Doch in welchem Zustand befinden sich Bäume und Pflanzen hier? Und wie sehr hat die Trockenheit den Anlagen zugesetzt?

Wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr gegenüber Merkurist berichtet, werden derzeit unter anderem Mäharbeiten, Reinigungen und die Rosenpflege durchgeführt. „Seit Anfang April - leider jetzt schon mit zunehmender Intensität – gehört auch das Wässern der Bäume und der Neuansaaten dazu.“

Auch der Baumbestand wird derzeit kontrolliert und gepflegt. Vereinzelt müssen dabei auch Bäume gefällt werden. Diese Fällungen finden im Frühjahr allerdings nur dann statt, wenn die Bäume zu brechen oder umzustürzen drohen und man dies nicht in den Herbst oder Winter verschieben könne. Hier gebe es auch artspezifische Probleme, zum Beispiel den Massaria-Pilz bei der Platane oder den Rußrindenpilz beim Ahorn, sagt Peterhanwahr. „Schnittarbeiten im Kronenbereich der Bäume zur Wahrung der Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum werden dagegen das ganze Jahr über durchgeführt.“

Sorgenvoller Blick auf Grünanlagen

Das Grünamt blickt mit Sorge auf die Anlagen, die durch die Witterung einer großen Belastung ausgesetzt sind. Denn: „Derzeit macht die bereits seit Wochen anhaltende Trockenheit jetzt schon Probleme. Das wirkt sich auch auf andere Baumarten aus, verschärft den Stressfaktor und damit auch die Anfälligkeit der Bäume“, so Peterhanwahr. Die Anlagen haben bereits zwei trockene Sommerperioden erleben müssen und befinden sich schon jetzt in einer sehr trockenen Wetterphase mit hoher Sonneneinstrahlung und Ostwindlage. „Mangelerscheinungen an den Bäumen werden sich in den kommenden Wochen und Monaten voraussichtlich einstellen und zu mehr Pflege- und Schnittmaßnahmen führen, leider einhergehend mit steigenden Absterbezahlen.“

Die gute Nachricht: Es werden jedes Jahr etwa 140 Bäume nachgepflanzt. „Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den Standorten entlang der Straßen - und hier insbesondere in den Innenstadtbezirken.“ Außer neueren Arten wie der Hopfenbuche und der Erle werden beispielsweise Kirschen, Tulpenbäume, Linden, Kastanien, Maulbeerbäume, Birken und Ahorne gepflanzt, so Peterhanwahr.

Damit die neu gepflanzten, aber auch die älteren Bäume, nicht der Trockenheit und damit der Säge zum Opfer fallen, ruft das Grünamt die Mainzer zur Mithilfe auf. „Gerade jetzt in der Austriebsphase ist der Bedarf an Wasser besonders groß. Ein Jungbaum nimmt pro Wässerungsgang gerne auch 100 Liter und mehr auf“, erklärt Olaf Nehrbaß, Leiter des Grün- und Umweltamtes.

Daher helfe jede Gießkanne und jeder Eimer Wasser. „Unterstützen Sie unsere Jungbäume auch in diesem Jahr wieder – nicht erst im Sommer bei Hitzerekorden, sondern bereits jetzt! Aktuell wird der Grundstein für ein gesundes Wachstum gelegt und hierbei können alle mithelfen.“ (mo)

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