Was die 350 geplanten Carsharing-Parkplätze für Mainz bedeuten

Durch das geplante Carsharing-Gesetz könnten öffentliche Parkplätze künftig von der Stadt Mainz für das Carsharing freigegeben werden. Insgesamt sind 350 Parkplätze in den nächsten Jahren dafür angedacht. Doch was bedeutet das für das Bewohnerparken?

Was die 350 geplanten Carsharing-Parkplätze für Mainz bedeuten

Über 99.000 Fahrzeuge sind derzeit in Mainz gleichzeitig angemeldet - Tendenz steigend. Die Verkehrs- und Parksituation in den Mainzer Stadtteilen wird immer schlechter. Schon jetzt kämpfen die Bewohner um Parkplätze.

Und dieser „Parkdruck“ ist nicht nur in Rheinland-Pfalz ein Problem. Daher hat die
Bundesregierung 2017 einen Gesetzesentwurf zum Carsharing auf den Weg gebracht. Über dieses „Carsharing-Gesetz“ soll jetzt im Laufe des Monats auch im rheinland-pfälzischen Landtag diskutiert werden. Die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) hat hierzu jüngst den „neuen Masterplan“ vorgestellt:

350 Parkplätze sollen in den nächsten Jahren stadtweit zugunsten von Carsharing-Parkplätzen freigegeben werden, darunter auch öffentliche Parkplätze. Doch was bedeuten diese Pläne für das Bewohnerparken?

Warum wird das Carsharing ausgebaut?

„Die Stadtverwaltung Mainz ist sich des hohen Parkdrucks in den Stadtteilen sehr bewusst. Gerade deshalb soll das Carsharing-Angebot ausgebaut werden“, sagt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. Studien anderer Städte zeigten, dass statistisch gesehen pro Carsharing-Fahrzeug zwischen acht und 20 Privatautos eingespart werden. Viele Menschen in den Stadtteilen nutzten ihr Auto ohnehin selten und ließen es die meiste Zeit auf der Straße stehen. „Nur für den Fall, ‘dass das Auto einmal gebraucht wird’. Gerade für solche Menschen ist ein wohnortnahes Carsharing-Angebot attraktiv“, so Peterhanwahr. Bei der Erweiterung des Carsharing-Angebots in Mainz sei die Stadt zudem bemüht, Möglichkeiten für E-Fahrzeuge zu bedenken. Dies müsse allerdings mit den jeweiligen Carsharing-Anbietern besprochen werden. Solche Carsharing-Fahrzeuge würden dann auch auf entsprechenden Stellplätzen mit Ladesäulen geparkt werden können. „Die Nachfrage nach Carsharing ist bereits heute sehr hoch. Viele Bürger fragen bei der Stadtverwaltung nach, wann das Angebot ausgebaut wird.“

Was bedeutet das für das Bewohnerparken?

Derzeit werde eine Karte erstellt, wo im Stadtgebiet Carsharing-Plätze sinnvoll und machbar sind. Zunächst sei das Ziel in Stadtteilen, die bislang noch kein Carsharing-Angebot haben, mindestens einen Parkplatz einzurichten, sagt Peterhanwahr. Diese Carsharing-Parkplätze würden dann entsprechend beschildert und fest für einzelne Carsharing-Fahrzeuge reserviert. Verkehrsdezernentin Katrin Eder möchte bei der Vergabe der Carsharing-Parkplätze auf keinen bestimmten Anbieter setzen - es gilt der freie Wettbewerb.

„Die Inanspruchnahme hält sich dabei mit circa 0,5 Prozent der Stellplätze sehr in Grenzen“, so Peterhanwahr. Habe also geringe Auswirkungen auf die zur Verfügung stehenden, öffentlichen Stellplätze sowie auf das Bewohnerparken. Kurzfristig betrachtet, stünden dadurch zwar weniger Bewohnerparkplätze zur Verfügung. Langfristig habe es aber einen großen, positiven Effekt auf die gesamte Parksituation in Mainz, denn es stünden immer weniger Privatfahrzeuge auf der Straße. Das zeigten die Erfahrungen in anderen Städten. „Dann finden diejenigen, die für tägliche Wege auf ein Auto angewiesen sind, leichter einen Stellplatz“, sag der Stadtsprecher.

Wird das Bewohnerparken künftig teurer?

Der Bewohnerparkausweis kostet in Mainz 60 Euro und ist zwei Jahre lang gültig. Dieser Betrag sei seitens der Bundesregierung festgelegt worden und in ganz Deutschland gleich, so Peterhanwahr. Derzeit werde seitens des Bundes darüber diskutiert diese Gebühren zu erhöhen. „Der entsprechende Beschluss wurde jedoch noch nicht gefasst“, sagt der Stadtsprecher. Eines sei jedoch klar: Über die Erhöhung des Preises für den Bewohnerparkausweis werde, unabhängig von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Bewohnerparkplätze, durch die Bundesregierung entschieden. Auch wenn öffentliche Stellplätze in Zukunft weniger werden würden, habe das nichts mit der Erhöhung der Bewohnerparkausweispreise zu tun. (pk)

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