Vom Spitzenreiter zum Absteiger: Warum es in Rheinland-Pfalz mit dem Impfen hakt

Das Impfen der Bevölkerung gegen das Coronavirus läuft immer noch nicht optimal. Auch in Rheinland-Pfalz ist das Impfen ins Stocken geraten. Die Folge: Der einstige „Impfmeister“ ist im Ranking zuletzt stark abgestürzt.

Vom Spitzenreiter zum Absteiger: Warum es in Rheinland-Pfalz mit dem Impfen hakt

Die „Rheinland-Pfälzer sind Impf-Meister“ - so titelte die Bildzeitung auf den Tag genau vor zwei Monaten. Dabei ging es um die Zweitimpfungen. 2,5 Prozent der Bevölkerung hatten damals bereits die wichtige zweite Impfung bekommen. Eine solche Quote hatte zu diesem Zeitpunkt kein anderes Bundesland vorzuweisen. Doch zwei Monate später hat sich die Situation komplett geändert. Der „Impfmeister“ ist auf einem Abstiegsplatz gelandet. Genauer gesagt liegt Rheinland-Pfalz laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts (Stand 14.4.) bei den Zweit-Impfungen mit 5,4 Prozent inzwischen auf dem 16. und damit letzten Platz aller Bundesländer.

„Unvorhersehbarkeiten“ eingetroffen

Eher positiv ist dagegen der Stand bei den Erstimpfungen. Dort liegt Rheinland-Pfalz aktuell in den Top 10. Doch warum hat Rheinland-Pfalz seine Spitzenposition zuletzt verloren? Eine Antwort darauf lieferte Gesundheitsstaatssekretär und „Landeskoordinator Impfen“, Dr. Alexander Wilhelm, am Mittwoch. Demnach verdeutlichen „die notwendigen Umstellungen der Zweitimpfungen von Astrazeneca auf Biontech oder Moderna, dass die Impfplanung immer wieder auf Unvorhersehbarkeiten und neue Rahmenbedingungen reagieren muss“. Das führe beispielsweise dazu, dass in den Impfzentren aktuell nur wenige Zweitimpfungen stattfinden. Dies sei eine Folge der Ende Januar / Anfang Februar für drei Wochen ausgesetzten Erstimpfungen. Der Grund dafür seien reduzierte Impfstofflieferungen gewesen.

Man könne aber klar sagen, dass in den kommenden Wochen die Zweitimpfungen deutlich zunehmen werden, so der Staatssekretär. Konkret seien für diese und kommende Woche bereits 40.000 Zweitimpfungen geplant, in den darauffolgenden Wochen je rund 60.000 und 86.000. Parallel zur steigenden Anzahl der Zweitimpfungen würden die Erstimpfungen auf hohem Niveau weiterlaufen.

Sonderimpfaktion in den Impfzentren am Wochenende

Um das alles zu garantieren, kündigte der Landesimpfkoordinator Wilhelm eine Sonderimpfaktion in den Impfzentren für das kommende Wochenende (17./ 18. April) an. „Wir werden die Impfzentren mit zusätzlichem Impfstoff beliefern, damit diese neben den bereits bestehenden Terminen weitere Impfungen bis zur Maximalgrenze der Kapazität durchführen können. Dazu stehen maximal 40.000 zusätzliche Impfdosen zur Verfügung“, so Wilhelm. Eine gute Nachricht kam am Mittwoch noch aus Brüssel. So wollen die Impfstoff-Hersteller Biontech und Pfizer bis Ende Juni zusätzlich 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an Deutschland und die übrigen EU-Staaten liefern.

Und auch Rheinland-Pfalz setzt weiterhin auf den heimischen Impfstoff. So teilte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) mit, dass laut Beschluss der Gesundheitsministerministerkonferenz Menschen unter 60 Jahren, die bisher mit Astrazeneca erstgeimpft wurden, eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) erhalten. „In Rheinland-Pfalz bleiben alle bestehenden Termine für die Zweitimpfungen erhalten. Die betroffenen Personen müssen nichts weiter unternehmen“, erklärte Bätzing-Lichtenthäler.

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