Studie aus Frankfurt: Vermehrung von Coronaviren gestoppt

Fünf Krebsmedikamente getestet

Studie aus Frankfurt: Vermehrung von Coronaviren gestoppt

Forschern der Goethe-Universität in Frankfurt ist es gelungen, die Vermehrung von Coronaviren in Zellen erstmals zu stoppen. Das teilt die Universität in einer Pressemitteilung mit.

An den Versuchen waren demnach Virologen und Biochemiker beteiligt. Sie erstellten erstmals „ein Gesamtbild der Kommunikation einer Zelle, die von Coronaviren befallen ist“. So konnten sie feststellen, dass die Viren ihre Vermehrung fördern, indem sie Signalwege manipulieren. Diese Signale lassen sich laut Studie mithilfe von Krebsmedikamenten unterbrechen. Damit könne man die Vermehrung der Viren stoppen. Fünf Wirkstoffe seien getestet worden, so Dr. Christian Münch vom Institut für Biochemie II. „Alle fünf führten zu einem kompletten Stopp der Replikation.“

Prof. Jindrich Cinatl vom Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt sieht darin die Chance für weitere klinische Studien. „Unsere Experimente haben wir an kultivierten Zellen im Labor durchgeführt. Die Ergebnisse lassen sich also nicht ohne weitere Tests auf den Menschen übertragen. Doch durch Untersuchungen anderer infektiöser Viren wissen wir, dass Viren häufig Signalwege in ihren menschlichen Wirtszellen verändern und dass dies für die Virusvermehrung wichtig ist“, erklärt er. Gleichzeitig hätten bereits zugelassene Medikamente einen „ungeheuren Entwicklungsvorsprung“, sodass man sehr schnell mit klinischen Studien beginnen könne.

Das Verfahren, mit bestimmten Hemmstoffen Signalwege zu unterbrechen, um eine Covid-19-Erkrankung zu therapieren, haben sich die Wissenschaftler laut Pressemitteilung patentieren lassen.

Die gesamte Studie könnt Ihr hier nachlesen. (ab)

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