Rote Karte für die Mainzer Gastronomie: Sperrstunde und Reservierungspflicht sind zurück

In Mainz ist die Corona-Warnampel mittlerweile auch auf Rot. Das heißt unter anderem, dass Restaurants, Bars und Kneipen um 23 Uhr schließen müssen. Was bedeutet das für die Mainzer Gastro-Szene?

Rote Karte für die Mainzer Gastronomie: Sperrstunde und Reservierungspflicht sind zurück

Ab 23 Uhr ist Feierabend: Auch Mainz hat wie viele andere Städte aufgrund der steigenden Zahl der Neuinfektionen eine Sperrstunde für die Gastronomie verhängt. Besonders für die Wirte ist das ein schwerer Schlag. So liest man beispielsweise auf der Facebook-Seite der Gaststätte „Zur Andau“ in der Gaustraße: „Schluss mit lustig, die Gastronomie bekommt wie einige andere Branchen die Rote Karte gezeigt: maximal fünf Personen pro Tisch, die Gäste werden wieder platziert, es wird strikt auf die Maskenpflicht geachtet und von 23 bis 6 Uhr herrscht Sperrzeit. […] Mainz sieht Rot, wir allerdings wie andere Berufskollegen Purpur bis Violett.“

„Die ganze Gastronomie-Szene wird richtig kaputt gemacht, nicht nur in Mainz sondern deutschlandweit.“ - Nima Khalatbari, Inhaber vom „Großen Gatsby“

Auch Nima Khalatbari, Betreiber der Cocktailbar „Großer Gatsby“ in der Oberstadt, hat mit der neuen Sperrstunde massiv zu kämpfen. Er hat Anfang März die ehemalige Cocktailbar „Hubert“ übernommen, die nach sieben Jahren geschlossen hat (wir berichteten). Hier wollte er eigentlich in der kommenden Woche die „Daisy Bar“ eröffnen. „Es macht gerade einfach keinen Sinn, eine neue Bar auf zu machen, in der man dann seine Gäste nur bis 23 Uhr bedienen darf.“ Man müsse um 22:15 Uhr oder spätestens 22:30 Uhr die letzte Getränke-Runde machen und die Gäste dann rauswerfen. Da würden diese lieber ganz zu Hause bleiben.

Laut Khalatbari sei jetzt ab Oktober eigentlich die Zeit, in der die Leute in die Bars und Kneipen gehen, weil es draußen zu kalt ist. „Die ganze Gastronomie-Szene wird richtig kaputt gemacht, nicht nur in Mainz sondern deutschlandweit. Die ganze Situation ist für uns einfach richtig richtig scheiße.“

„Aber grundsätzlich ist die Gastronomie ein sicherer Ort, bei dem Großteil der Kollegen in Mainz gleichermaßen.“ - Vera Kohl, Inhaberin der „Dicken Lilli“ und „Marlene“

Auch das Café „Dicke Lilli, gutes Kind“ und die angrenzende Weinbar „Marlene“ müssen sich durch die neuen Corona-Maßnahmen weiter einschränken. „Wir mussten einige Reservierungen reduzieren oder ganz stornieren, was natürlich sehr schade ist. Sonst hoffen wir, dass die Leute weiterhin in die Lilli kommen, sich, wie wir auch, an die Regeln halten. Aber grundsätzlich ist die Gastronomie ein sicherer Ort, bei dem Großteil der Kollegen in Mainz gleichermaßen“, so Inhaberin Vera Kohl.

„AHA-Regeln“ weiter unbedingt beachten

Man achte darauf, dass die Gäste immer ihre Masken tragen, Abstand halten, Kontaktdaten werden aufgenommen und es werde permanent desinfiziert. Für ihre Weinbar „Marlene“ sei die Sperrstunde mit 23 Uhr natürlich nicht besonders förderlich. Die Sorge sei, dass der Alkoholkonsum sich dadurch in den privaten und unkontrollierten Raum verlagern würde.

Alkohol wird auch in der Weinbar „Onkel Oskar“ und im „Dagobert“ ausgeschenkt. Sven Weisheit ist Inhaber der beiden Weinbars. Er spürt den dramatischen Einschnitt durch die Sperrzeit noch nicht. „Onkel Oscar“ hat bis 23 Uhr geöffnet, das „Dagobert“ bis 23:30 Uhr. Allerdings sei die neu geregelte Personenanzahl von maximal fünf Gästen aus unterschiedlichen Haushalten oder die Angehörigen zweier Hausstände für ihn ein gravierender Verlust: Größere Reservierungen müssen abgesagt werden und das Personal wird runtergefahren.

Er und viele andere Mainzer Gastronomen rechnen in der kommenden Zeit mit noch mehr Einschnitten. Wenn die nächste Stufe beziehungsweise weitere Einschränkungen erreicht würden, erhoffe er sich von der Stadt Mainz, dass man im Vorfeld genauere Details und Vorgaben gesagt bekäme, um das weitere Vorgehen planen und vorbereiten zu können.

Alle wichtigen Infos zu den neuen Corona-Regeln in Mainz könnt Ihr hier nachlesen. (df)

Logo