Nach MPK: Das sagt Malu Dreyer zu den Corona-Beschlüssen

Bund und Länder haben sich geeinigt: Die aktuellen Corona-Regeln bleiben größtenteils bestehen. Bei PCR-Tests wird die Strategie jedoch bald angepasst.

Nach MPK: Das sagt Malu Dreyer zu den Corona-Beschlüssen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben sich am Montag darauf geeinigt, dass die bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen vorerst weiter bestehen bleiben. Am Abend äußerte sich auch die rheinland-pfälzische Landeschefin Malu Dreyer (SPD).

„Wir folgen dabei der Empfehlung des Expertenrates, die geltenden Maßnahmen konsequent fortzuführen und werden alle Bemühungen darauf konzentrieren, die nach wie vor zu große Impflücke zu schließen“, so Dreyer. Derzeit breite sich die leicht übertragbare Omikron-Variante stark aus. In Rheinland-Pfalz seien rund 94 Prozent der gemeldeten Corona-Fälle dieser Variante zuzuscheiben. Besonders in größeren Städten wie Mainz und Kaiserslautern war die Sieben-Tage-inzidenz in den vergangenen Tagen auf über 1000 angestiegen, hier könne sich das Virus deutlich besser übertragen. „Die geltenden Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung und das besonnene Verhalten der Bürger und Bürgerinnen haben den steilen Anstieg der Infektionszahlen verlangsamt. Wir erwarten die Spitze für Mitte Februar“, sagte Dreyer weiter.

Änderungen bei PCR-Tests

Kanzler Scholz und die Ministerpräsidenten hatten sich am Nachmittag auch über die Knappheit von besonders aussagekräftigen PCR-Tests angesichts der hohen Infektionszahlen unterhalten. In der aktuellen Beschlussvorlage heißt es dazu: „Bei auftretenden Engpässen ist es daher unabdingbar, Priorisierungen vorzunehmen.“ Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) soll nun gemeinsam mit seinen Länder-Kollegen eine veränderte Teststrategie ausarbeiten. Gleichzeitig soll die Kapazität der PCR-Tests erhöht werden. So sollen PCR-Tests nur noch bei besonders gefährdeten Gruppen wie Klinik- und Pflegepersonal eingesetzt werden. Andere Gruppen sollen einen positiven Schnelltest durch einen zweiten Schnelltest absichern und sich bei zwei positiven Ergebnissen in Isolation begeben.

Einheitliche Regeln für Quarantäne und Isolation

Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßte die Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts, dass aufgrund der neuen Erkenntnisse zu den Infektionsverläufen der Omikron-Variante die Regeln für die Isolation von erkrankten Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe angepasst würden.

Auch für sie gelten künftig folgende allgemeine Regeln:

Die Isolation nach einer nachgewiesenen Infektion kann nach sieben Tagen durch einen negativen Bürgertest beendet werden. Ohne Test endet sie nach zehn Tagen. Für die Quarantäne von Kontaktpersonen ist das Freitesten mit einem Bürgertest nach sieben Tagen möglich. Geboosterte sind von der Quarantäne als Kontaktpersonen ausgenommen; dies gelte auch für vergleichbare Gruppen wie Geimpfte und Genesene, solange der Zeitraum nicht länger als drei Monate ist.

Im Ministerrat werde am Dienstag darüber beraten, welche Lösungen für Schulen und Kitas in Bezug auf Quarantäne und Absonderung künftig gelten sollen.

Mainzer Studie zeigt: Impfung schützte gefährdete Gruppen

Wie stark die Krankenhäuser im Land nun belastet werden, hänge davon ab, wie sich die Krankheitszahlen bei den ungeimpften über 50-Jährigen entwickeln. Zur Wirksamkeit der Corona-Schutzimpfung habe die Universitätsmedizin Mainz eine sehr aussagekräftige Studie erarbeitet. Sie zeige sehr deutlich, wie wichtig die Schutzimpfung für Ältere und Vorerkrankte sei. „Mit der schnellen Durchimpfung im Bereich der über 80-Jährigen konnte in Rheinland-Pfalz der Anteil der über 80-Jährigen an den COVID-19-Sterbefällen von 70 Prozent auf 9 Prozent gesenkt werden“, erläuterte der Leiter der Studie.

Der Leiter der Studie PD Daniel Wollschläger erklärte während der Pressekonferenz am Montagabend das Vorgehen der Wissenschaftler. Demnach habe man erforscht, inwieweit die Impfkampagne in Rheinland-Pfalz von Januar bis Mitte Mai 2021 tatsächlich den positiven Effekt hat, der vorab in Studien prognostiziert worden war. „Während im Winter 2020/21 die Altersgruppe 80+ bei weitem den größten Anteil an den COVID-19 Sterbefällen hatte, sank dieser Anteil bis Mai 2021 von rund 70 Prozent auf 9 Prozent. Die steigende Impfquote und der zurückgehende Anteil an den COVID-19 Sterbefällen in der Altersgruppe 80+ wiesen einen engen statistischen Zusammenhang auf.“ erklärte Wollschläger. Die Ergebnisse der Studie sprächen dafür, dass die Impfung die besonders gefährdeten Gruppen vor schwersten Krankheitsverläufen schützen konnte.

Derzeit sind in Rheinland-Pfalz 82,5 Prozent der Erwachsenen, 58,6 Prozent der Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren und bereits 6,3 Prozent der 5- bis 11-Jährigen zweifach geimpft. Dreyer rief alle Bürger im Land dazu auf, eine Auffrischungsimpfung vornehmen zu lassen.

Eine Übersicht der aktuellen Corona-Regeln findet ihr hier:

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