Johannisnacht abgesagt: Was den Schaustellern nun Hoffnung macht

Die Mainzer Schausteller müssen weiterhin Geduld üben. Nach der Absage der Johannisnacht bleiben ihnen nicht mehr viele große Feste, um wieder Geld verdienen zu können. Wie es nun weitergehen soll und warum die Hoffnungen jetzt auf OB Ebling ruhen.

Johannisnacht abgesagt: Was den Schaustellern nun Hoffnung macht

Es ist der nächste Tiefschlag für die Mainzer Schausteller: die Johannisnacht wird auch in diesem Jahr ausfallen. Das gab die Stadt Mainz am Mittwoch bekannt (wir berichteten). Für die Schausteller bedeutet dies einmal mehr, dass sie auf Einnahmen verzichten müssen und somit seit Weihnachten 2019 kaum mehr Geld verdient haben. Der Vorsitzende der Mainzer Schausteller Marco Sottile hat für die Absage der Johannisnacht jedoch Verständnis und nennt zudem eine Veranstaltung, die perspektivisch stattfinden könnte.

Welche Feste realistisch sind

Wie Sottile sagt, sei die Absage des Fests mit der Stadt Mainz bereits vor der öffentlichen Bekanntmachung abgesprochen gewesen. „Die Absage war zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen in Ordnung.“ Denn die Organisation der Johannisnacht bedürfe ganz anderer Maßnahmen als beispielsweise die Vorbereitung des unlängst abgesagten Rheinfrühlings, so Sottile. So müssten für die Johannisnacht der Schiffs- und Flugverkehr anders koordiniert und auch das Feuerwerk umsichtig geplant werden. Zudem ließen die aktuellen Coronazahlen auch keine realistische Chance auf das Fest im Juni zu.

Eher auch nicht realistisch sieht Sottile die Ausrichtung sogenannter Pop-up-Freizeitparks in Mainz und Umgebung. „Dazu bräuchte man große Attraktionen.“ Und die seien auch schon im vergangenen Jahr abgesprungen, da zu dieser Zeit viele Schausteller lieber ins europäische Ausland gegangen seien, da dort größere Volksfeste zulässig waren. Ohne diese großen Fahrgeschäfte lohne sich der Aufwand nicht, die große Zahl an Besuchern würde ausbleiben. Den Betrieb für eine solche Veranstaltung also letztlich hochzufahren, koste dann mehr als man erwirtschaften kann, sagt Sottile.

Auch der Ausrichtung des Mainzer Weinmarkts Anfang September sieht Sottile kritisch entgegen. Selbst wenn das Gelände eingezäunt sei und die Besucher sich für verschiedene „Timeslots“ anmelden könnten, glaube er nicht, dass es realistisch ist, kontrollieren zu können, wie lange sich die Leute dann tatsächlich auf dem Festgelände aufhielten. Machbar seien aber sicherlich wieder einzelne Stadtteilkerben, wie sie 2020 zum Beispiel in Mombach stattgefunden haben, sagt Sottile. Diese kleinen Veranstaltungsgelände seien überschaubar und gut zu kontrollieren.

„Weiß nicht, wie lange das noch funktioniert“

Eine Veranstaltung, die Sottile auch für perspektivisch möglich hält, ist der Weihnachtsmarkt. „Der Oberbürgermeister (OB) wird uns unterstützen, sobald es die Möglichkeit dazu gibt.“ Er sei überzeugt, so Sottile, dass der OB selbst gern auf Feste geht und daher alles tun werde, Veranstaltungen stattfinden zu lassen, sofern es die äußeren Umstände zuließen. Generell sei es so, dass die Schausteller im engen Kontakt mit der Stadt Mainz stehen. „Ich bin dankbar, dass die Stadt mit unseren Verbänden so offen kommuniziert.“

Aktuell ändert dies aber auch nichts an der finanziell schwierigen Lage der Schausteller. „Ich weiß nicht, wie lange das noch funktioniert“, sagt Sottile. Die Einnahmen reichten langsam nicht mehr, die Betriebe am Leben zu halten. „Ich bin mit meinem Latein am Ende, habe aber auch keine Lösung.“ Deswegen hoffe er nun zumindest einmal auf das zügige Durchimpfen der Bevölkerung und dass im Herbst eine gewissen Herdenimmunität erreicht ist. Die Schausteller wären dann jedenfalls sofort in der Lage, schnell und innovativ etwas auf die Beine zu stellen.

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