Impfungen gegen Corona: Wie geht es weiter?

Erfolgreiche Testergebnisse meldet das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen „Biontech“ am Montag, ein Corona-Impfstoff scheint in greifbarer Nähe. Doch wer soll zuerst geimpft werden?

Impfungen gegen Corona: Wie geht es weiter?

Schnell ging die Nachricht zu einem möglicherweise bald verfügbaren Corona-Impfstoff am Montag (9. November) durch die Medien: Das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen „Biontech“ und der Pharma-Konzern „Pfizer“ gaben bekannt, dass der von ihnen entwickelte Impfstoff-Kandidat einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet (wir berichteten). Bevor diese Nachricht die Runde machte, äußerten sich Vertreter des Deutschen Ethikrates, der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina zu einer möglichen nationalen Impfstrategie.

„Niemand wird gezwungen, sich impfen zu lassen.“ - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Laut einem Papier, das die Organisationen vorlegten, sollen bei den Impfungen ältere Menschen, Angehörige von Risikogruppen und Personal im Gesundheitswesen bevorzugt werden. Auch Beschäftigte bei Polizei, Feuerwehr oder an Schulen sollen zuerst geimpft werden. „Wir müssen das so machen, dass am Ende der größte Nutzen für die ganze Bevölkerung dabei herauskommt“, sagte Thomas Mertens, Vorsitzender der STIKO. Die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx, ergänzte, dass eine allgemeine Impfpflicht nicht zur Debatte stehe. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dies am Sonntag bekräftigt: „Niemand wird gezwungen, sich impfen zu lassen.“

An der Spitze der Impfkette sieht Merkel, wie sie am Montagabend sagte, Pfleger, Ärzte und Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. 40 Prozent der Bevölkerung gelten als Risikogruppe (unter anderem Senioren). Des Weiteren bevorzugt behandelt werden sollen auch Polizei und Feuerwehr. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) klar: „Wir sind ein Wohlstandsland mit Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewichtigkeit. Alles Risikofaktoren für dieses Virus, wie für viele Infektionskrankheiten übrigens auch.“

So könnte die Impfstrategie aussehen

Wie mehrere Medien berichten, soll das Corona-Kabinett noch am Montag über die Nationale Impfstrategie entscheiden. Dem Nachrichtenportal „The Pioneer“ liegt demnach ein Dokument dazu vor. So möchte die Bundesregierung mithilfe eines zentralen Datenportals einen Überblick bekommen, welche Bevölkerungsgruppen bereits geimpft sind. Dafür sollen nicht-personenbezogene Angaben sowie die Chargennummer des Impfstoffs und ähnliches erfasst werden.

Die Gesundheitsminister der Länder und Spahn hatten bereits am Freitag bei einer Konferenz beschlossen, dass der Bund diesen Impfstoff-Dosen finanziert und die Länder Impfzentren aufbauen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung bereitet sich derzeit darauf vor (wir berichteten). (pk)

Die gesamte Pressekonferenz könnt Ihr hier sehen:

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