Dietmar Hoffmann: „Private Feiern und Reiserückkehrer sind ein Problem“

Buslinien im Kreis werden verstärkt

Dietmar Hoffmann: „Private Feiern und Reiserückkehrer sind ein Problem“

Die Corona-Zahlen in der Stadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen steigen langsam. Derzeit seien vor allem junge Menschen erkrankt, berichtet Dietmar Hoffmann, Leiter des Gesundheitsamts, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Auch seien es eher leichte Erkrankungen. Woher kommen die Infektionen? „Vor allem private Feiern und Reiserückkehrer sind ein Problem“, so Hoffmann.

Bislang nicht als Corona-Hotspots aufgetreten seien hingegen Klassenräume in Schulen. Zwar wurden an zwei Mainzer Schulen bereits Corona-Fälle nachgewiesen, allerdings sei schnell reagiert worden, sagt Hoffmann. Trotzdem habe man sich auf eine gemeinsame Strategie verständigt.

Und diese sieht so aus: Wird ein Corona-Fall an einer Schule bestätigt, werden Schüler und Lehrer, die in Kontakt mit dem Erkrankten waren, in eine zehntägige Quarantäne geschickt. Auch die Familien der Betroffenen müssen unter Umständen in Quarantäne. Bei Symptomen werden diese sofort getestet. Ohne Symptome erfolgt eine Testung nach fünf bis sieben Tagen. Die Quarantäne darf allerdings nicht vorab verlassen werden. Erkrankte dürfen erst wieder aus der Quarantäne kommen, wenn sie zwei Tage in Folge symptomlos waren. „Wir sind hier in den ersten Wochen sehr streng und schicken daher auch Kontaktpersonen zweiten Grades in Quarantäne“, so Hoffmann. „Ausschlaggebend ist, wie viel Zeit die Personen in einem Raum miteinander verbracht haben.“

Appell an Eltern

Viele Eltern sind daher auch besorgt wegen überfüllter Schulbusse. Das wissen auch der Mainzer Sozialdezernent Eckart Lensch (SPD) und der 1. Kreisbeigeordnete Steffen Wolf (SPD). Hier versuchen Stadt und Landkreis nun die Situation zu verbessern. Zu Beginn dieser Woche wurden laut Wolf im Landkreis die Linien 620, 640, 657, 660, 662, 650 und 652 mit zusätzlichen Bussen verstärkt. Auch in der Stadt beobachte man die Situation genau, so Lensch. Feste Maßnahmen gebe es aber noch nicht.

Sowohl Lensch als auch Wolf appellieren eindringlich an die Eltern, die Kinder auf das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu sensibilisieren - auch an den Bushaltestellen. „Es ist nicht möglich und auch wegen der Maskenpflicht nicht notwendig, 1,50 Meter Abstand in den Bussen einzuhalten“, sagt Wolf. „Ich verstehe die Besorgnis der Eltern, nur bräuchten wir das Drei- bis Vierfache an Bussen, um diesem Bedarf gerecht zu werden. Das funktioniert nicht.“ (pk)

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