Delta-Variante: Ausbruch in Mainzer Wohnanlage

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Mainz und im Landkreis weiter aus. Das Gesundheitsamt Mainz-Bingen veröffentlichte am Dienstag eine Bilanz und stellt zudem Forderungen für den Herbst.

Delta-Variante: Ausbruch in Mainzer Wohnanlage

Die Coronavirus-Variante Delta breitet sich in der Stadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen weiter aus. Das geht aus einer Meldung der Kreisverwaltung Mainz-Bingen am Dienstag hervor.

In der Stadt Mainz wurden bisher 40 Infektionen mit der Virusmutation nachgewiesen, im Landkreis 24. Nach Einschätzung von Gesundheitsamtsleiter Dr. Dietmar Hoffmann liegt der Anteil der Delta-Variante in der Region inzwischen bei rund zwei Dritteln. „Immer ist dabei aber zu berücksichtigen, dass nach wie vor nicht alle positiven Proben auf das Vorliegen einer Virus-Variante untersucht werden und daher viele Angaben auf hochgerechneten Studienergebnissen beruhen“, so Hoffmann. Zudem könne die Auswertung von Delta-Proben bis zu zehn Tagen dauern. „Die Veröffentlichungen hinken daher dem Infektionsgeschehen immer etwas hinterher.“

Auch wenn im Juli insgesamt erst sechs bestätige Delta-Fälle in der Region nachgewiesen worden sind, breite sich die neue Variante rasch aus. Im gesamten Juni lag der Anteil der Delta-Variante bei 13,86 Prozent, im Juli sind es bisher schon 46,15 Prozent. Damit verdrängt die Delta-Variante mittlerweile die bisher vorherrschende Alpha-Variante immer stärker. Keine große Rolle spielen derzeit allerdings die übrigen Virus-Mutationen.

Ausbruch in Mainzer Wohnanlage

Zu einem größeren Delta-Ausbruch sei es bisher nur einmal in einer Wohnanlage in Mainz gekommen. Hier waren vier Haushalte betroffen, die Kontakt untereinander hatten. Das führte nach Angaben des Landkreises zu elf Infizierten, wovon drei Personen doppelt geimpft waren. „Allerdings haben sich auch einige enge Kontaktpersonen nicht angesteckt“, so Hoffmann. Voraussichtlich Anfang kommender Woche kann die Quarantäne bei diesem Ausbruch beendet werden. Ansonsten sind aktuell in Mainz zwei Schulen und im Landkreis eine Schule mit jeweils einem Infektionsfall betroffen. In Kindertagesstätten gibt es derzeit keine Fälle.

Wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickelt, will das Gesundheitsamt nun genau beobachten. Die derzeitigen Öffnungen seien jedoch auch aus epidemiologischer Sicht gerechtfertigt. Problematisch sei es jedoch, dass viele Lockerungen gleichzeitig eintreten: „Falls die Fallzahl wieder deutlich ansteigt, wird es äußerst schwierig herauszufinden, welcher Lockerungsschritt dazu beigetragen hat und an welcher Stelle gegebenenfalls wieder Einschränkungen erforderlich sind“, sagt Hoffmann.

Der Leiter des Gesundheitsamtes rechnet durchaus damit, dass mit der Rückreisewelle am Ende der Sommerferien die Zahl der Neuinfektionen wieder steigt. Aufgrund des guten Impffortschritts sei aber zu vermuten, dass es eher keine so großen Ausbrüche, so viele schwere Verläufe und Todesfälle mehr geben wird. Schulen, insbesondere Grundschulen, und die Kindergärten werden vermutlich im Fokus des Infektionsgeschehens stehen, da für Kinder bis zum 12. Lebensjahr noch kein Impfstoff zugelassen ist. Daher sei es jetzt wichtig, tragfähige Konzepte für den Herbst und Winter zu entwickeln, um nicht erneut durch Krankheitsfälle und Quarantäne den Kindern den so wichtigen Schul- oder Kindergartenbesuch verwehren zu müssen, so Hoffmann.

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