Corona: So ist die Lage auf Mainzer Intensivstationen

Um das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu bewahren, verschärft Rheinland-Pfalz die Corona-Regeln. Wie ist die Lage auf den Intensivstationen der Mainzer Krankenhäuser aus? Wir haben nachgefragt.

Corona: So ist die Lage auf Mainzer Intensivstationen

„Wir sind einmal mehr in der Situation, dass wir das Gesundheitssystem vor einer Überlastung bewahren müssen“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Deshalb verschärft das Land seine Corona-Regeln und passt auch die Warnstufen an (wir berichteten). Der Indikator „Anteil Intensivbetten“ richtet sich künftig nicht mehr am prozentualen Anteil der mit Corona-Patienten belegten Betten auf Intensivstationen, sondern an den tatsächlich belegten Betten. Wie sieht es derzeit auf den Intensivstationen in Mainz aus?

Fünf Betten frei

Laut dem Intensivregister der „Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)“ sind in Mainz aktuell 103 von 108 Intensivbetten belegt (Stand 17. November, 14 Uhr). Es sind also aktuell noch fünf Betten frei. In acht der Betten liegen Corona-Patienten, vier von ihnen müssen beatmet werden.

Wie die Uniklinik auf Anfrage mitteilt, liegen dort derzeit vier Corona-Patienten auf der Intensivstation. Aus Datenschutz-Gründen könne man keine weiteren Details nennen. Die restlichen Mainzer Corona-Patienten werden im Marienhaus Klinikum behandelt.

Überwiegende Teil der Patienten ungeimpft

Doch liegen auf den Intensivstationen Geimpfte oder Ungeimpfte? Die Uniklinik kann dazu keine Angaben machen, die Marienhaus-Gruppe gibt den Stand für alle ihre Klinken in ganz Deutschland an: Von den 14 Corona-Patienten auf den Intensivstationen seien alle ungeimpft und im Alter zwischen Ende 40 und 80 Jahre. Auch auf den Normalstationen sei der überwiegende Teil nicht gegen das Virus geimpft.

Insgesamt sei man auf die aktuelle Lage vorbereitet, erklärt Sprecher Dietmar Bochert. „Durch die Erfahrungen des letzten Winters hinsichtlich Behandlung, Schutzvorkehrungen und Hygiene sind wir grundsätzlich besser gerüstet, sehen aber natürlich die mittlerweile deutliche Belastung der medizinischen und der pflegenden Kräfte.“ Corona-Patienten bräuchten deutlich mehr Betreuung und würden durchschnittlich länger im Krankenhaus liegen. „Das einzige Mittel zur Abwendung einer schwierigen Situation ist die Impfung der bislang ungeimpften Menschen sowie die Boosterimpfung der Menschen, deren Impfung sechs Monate, beziehungsweise bei Johnson & Johnson vier Wochen, zurückliegt.“

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