Corona-Krise: Mainzer Bäckereien und Metzger haben geöffnet

Hat der Metzger um die Ecke geöffnet? Bekomme ich bei meinem Stammbäcker meine Lieblingsbrötchen? Über diese Fragen einen Überblick zu erhalten, ist gerade nicht so einfach. Mainzer Bäcker und Metzger sagen aber deutlich: Wir haben geöffnet!

Corona-Krise: Mainzer Bäckereien und Metzger haben geöffnet

Immer wieder betont die Regierung, dass die Supermärkte auch in Zeiten der Corona-Krise die Lebensmittelversorgung für die Bevölkerung gewährleisten. Von Bäckern und Metzgern ist in diesem Zusammenhang kaum die Rede. Das sorgt bei vielen für Verwirrung darüber, ob und wie Bäcker und Metzger nun geöffnet haben. Wir haben bei Mainzer Bäckern und Metzgern nachgefragt.

Metzger und Bäcker haben geöffnet

„Wir haben wie vor der Krise geöffnet, da hat sich bei uns nichts geändert“, erzählt Mario Berg, Inhaber der Bäckerei und Konditorei Mario P. Berg. Genau so wie viele seiner Kollegen versorgt auch er die Mainzer weiterhin mit Brötchen. Dennoch hat sich auch in seiner Bäckerei einiges verändert: „Wir machen gerade nur noch ein reines To-go-Geschäft“, erzählt der Bäckermeister. Auch die Stühle und Tische des Cafés wurden weggeräumt.

So sieht es auch in den Filialen der Metzgerei Harth aus. „Es ist mehr los, man merkt auch, dass die Leute mehr kochen und dafür auch mehr einkaufen“, erzählt Anja Beck-Harth. Sie bieten außer dem Verkauf im Laden und auf dem Markt noch einen Lieferdienst für Senioren und körperlich beeinträchtigte Personen an. „Diese möchten wir jetzt besonders unterstützen, da sie gerade nicht unbedingt einfach mal in den Supermarkt gehen können“, so Harth.

Aber nicht bei allen Metzgern und Bäckereien hat die Zahl der Kunden zugenommen. Wie wichtig auch die Laufkundschaft ist, das erklärt Kai Schöer, Inhaber der Schröer-Backhäuser: „Die Anzahl der Kunden ist gerade standortabhängig. In Filialen in Wohngebieten sind es gerade mehr Kunden, in Filialen, in denen die Laufkunden durch Home Office und Schulausfall wegfallen, dagegen weniger.“ Doch auch wenn die Kundenzahlen variieren, die Öffnungszeiten sind weitestgehend gleich geblieben. „Die aktuellen Öffnungszeiten der einzelnen Filialen kann man immer auf unserer Website einsehen“, sagt Schröer.

Wichtige Hygienemaßnahmen für Kunden und Mitarbeiter

Die Bäckereien von Mario Berg haben zwar wie immer geöffnet, dennoch hat auch er besondere Maßnahmen ergriffen, um Mitarbeiter und Kunden zu schützen: „Wir haben schon vor 14 Tagen Zettel aufgehängt, um die Kunden um zwei Meter Abstand zu bitten. Seit Samstag sind nur noch zwei Kunden gleichzeitig im Laden erlaubt.“ Die Kunden seien aber mit diesen Maßnahmen sehr vernünftig.

Diese Beobachtung bestätigt auch Anja Beck-Harth von der Metzgerei Harth. „Wir hatten vorher schon extreme Hygienemaßnahmen, haben das natürlich gerade dennoch ausgeweitet. Bei uns darf im Moment immer nur ein Kunde in den Laden. Eltern dürfen aber nach wie vor mit ihren Kindern zusammen in den Laden.“ An ihrem Stand auf dem Mainzer Wochenmarkt wurde eine Barriere aufgebaut, damit nicht mehr als zwei Kunden gleichzeitig an die Theke können.

In der Filiale der Metzgerei Lumb in der Großen Langgasse gibt es neben den Zutrittsbeschränkungen für Kunden noch weitere Maßnahmen, um den Kontakt zwischen Kunden und Mitarbeitern so klein wie möglich zu halten: „In der Großen Langgasse haben wir einen Zahlautomat. Dort kann der Kunde bezahlen, ohne dass unsere Mitarbeiter das Geld in die Hand nehmen müssen“, sagt Patrick Lumb.

In den Bäckereien von Kai Schröer setzt man zudem auf Körbe vor der Theke, die den Abstand zwischen Mitarbeiter und Kunde vergrößern. „Der Schutz unserer Mitarbeiter, aber natürlich auch unserer Kunden ist uns wichtig. Wenn Mitarbeiter erkranken, bekommen wir ein Problem.“ Deswegen wurde auch die Produktionsbedingungen weiter angepasst. Die Abteilungen Backstube und Fahrer wurden streng voneinander getrennt, die Fahrer dürfen die Backstuben nicht mehr betreten. Und auch für die Mitarbeiter gibt es in den Pausen Regelungen, um die Begegnungen untereinander auf ein Minimum zu reduzieren.

Bitte an die Kunden

Eins betonen alle Besitzer der Metzgereien und Bäckereien, mit denen Merkurist gesprochen hat. Ihnen ist wichtig ihren Kunden zu sagen, dass sie auch in dieser Krise weiterhin geöffnet haben. „Man hört häufig nur, dass Supermärkte geöffnet haben und die Menschen mit Produkten versorgen, aber wir Bäcker und auch die Metzger haben geöffnet und sind für unsere Kunden da“, sagt Kai Schröer. Weiter sagt er: „Unsere Mitarbeiter freuen sich über ein bisschen Normalität. Unser Wunsch ist es, dass die Kunden die Maßnahmen akzeptieren und trotzdem bei uns ihre Brötchen kaufen. Es dient ja der Sicherheit der Mitarbeiter, aber natürlich auch der Kunden.“ (df)

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