Daniel Köbler: „Die Oberstadt ist der grünste Stadtteil von Mainz“

Eine jahrtausendealte Geschichte, weite Ausblicke über Mainz und viele Grünanlagen - das ist die Mainzer Oberstadt. Was den Stadtteil ausmacht, erklärt Ortsvorsteher Daniel Köbler (Grüne).

Daniel Köbler: „Die Oberstadt ist der grünste Stadtteil von Mainz“

Mit 21 Stimmen Vorsprung setzte sich Daniel Köbler (Grüne) bei der Stichwahl zum Oberstadt-Ortsvorsteher gegen SPD-Kandidatin Myriam Lauzi durch. Im Merkurist-Interview erklärt er, was seinen Stadtteil ausmacht und wie es auf dem Gelände der GFZ-Kaserne weitergehen soll.

Merkurist: Herr Köbler, welche Orte in der Oberstadt sollte man unbedingt gesehen haben?

Köbler: Es fällt mir ein bisschen schwer, das kurz zu fassen. Die Oberstadt ist aus meiner Sicht natürlich der schönste Stadtteil in Mainz, es ist definitiv auch der grünste Stadtteil. Das soll auch so bleiben. Was aber jeder gesehen haben sollte, sind die Römersteine mit der Schäfchenwiese, der Rosengarten - gerade im Frühsommer ist es dort wunderschön. Was ich jetzt wieder empfehlen kann: die Wallanlagen am Drususwall. Hier ist der erste Sanierungsabschnitt fast fertig.

Welche Probleme gibt es in der Oberstadt?

Wir haben in der Oberstadt vor allem Probleme in Sachen Verkehr. Das fängt mit dem Fluglärm von oben an und geht mit Lärmbelästigung und Staus durch Autoverkehr weiter. Fast alle Mainzer Hauptdurchgangsstraßen führen durch die Oberstadt. Deswegen sind die Optimierung der Verkehrsströme, der Ausbau des ÖPNV und die Verbesserung des Fahrradverkehrs ein ganz wichtiges Thema bei uns.

Und was läuft gut in Ihrem Stadtteil?

Wie ich eben schon angedeutet habe, ist es toll, dass wir so viele Grünflächen bei uns haben. In Sachen Mikroklima und Naherholung spielt die Oberstadt eine ganz wichtige Rolle für die gesamte Stadt Mainz. Das wird von den Bürgern auch rege angenommen, jeder kennt den Volks- und den Stadtpark. Das müssen wir unbedingt bewahren.

Beschreiben Sie bitte die Oberstadt in drei Worten.

Vielfältig, grün und nachbarschaftlich. Mit dem letzten Punkt meine ich, dass sich die Menschen nicht zuerst mit der Oberstadt identifizieren, sondern zuerst mit ihrem Viertel. Das liegt mit Sicherheit daran, dass unser Stadtteil groß und weitläufig ist.

2022 soll die Bundeswehr voraussichtlich die GFZ-Kaserne räumen. Auf dem Gelände soll dann ein Wohngebiet entstehen. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Projektplanung?

Ich meine mich zu erinnern, dass Rudolf Scharping (SPD) noch Bundesverteidigungsminister war, als verkündet wurde, dass die GFZ-Kaserne und die Kurmainz-Kaserne zusammengelegt werden sollen. Damals wurde erklärt, es könne in wenigen Jahren ein neues Quartier auf dem Gelände der GFZ-Kaserne entstehen. Jetzt hoffen wir alle, dass wir 2022 endlich dort starten können. Es macht einen total unzufrieden, wenn man so lange warten muss. Wir brauchen das Areal dringend, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das ist stadtweit ein wichtiges Thema.

Sie planen, auf dem Areal ein neues Oberstadt-Bürgerhaus zu errichten.

Durch die zentrale Lage im Stadtteil ergibt sich für uns die riesige Chance, dass hier ein Stadtteilmittelpunkt entsteht. Ich denke da an einen Raum, in dem sich auch Bürger versammeln können, hier kann auch die Ortsverwaltung als Anlaufstelle für die Bürger sein. Es ist gut, dass die Verwaltung schon parallel plant, aber es ist unbefriedigend, dass die Bundeswehr so lange braucht. Es ist bei allen weiteren Schritten wichtig, dass die Bürger transparent über den aktuellen Stand informiert sind.

Danke für das Gespräch, Daniel Köbler!

Das Interview führten Denise Frommeyer und Peter Kroh. (df)

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