Mit schusssicherer Weste auf Spielplatz: Ist das verhältnismäßig?

Einschüchternd oder angemessen? Das Ordnungsamt kontrolliert die Maskenpflicht auch auf Spielplätzen. Eine Leserin empfand bei einem Einsatz in Mombach den Auftritt der Ordnungsamt-Mitarbeiter übertrieben. Was die Stadt sagt.

Mit schusssicherer Weste auf Spielplatz: Ist das verhältnismäßig?

Immer wieder sorgen einzelne Corona-Maßnahmen für Diskussionen. Darunter auch die Maskenpflicht im Freien: In Mainz gilt sie unter anderem am Rheinufer und in der Innenstadt. Aber auch auf Spielplätzen müssen Erwachsene eine Maske tragen. Doch nicht jeder hält sich daran – wie beispielsweise am Donnerstag, den 22. April, auf einem Spielplatz an der Hauptstraße in Mombach. Auch Leserin Ju war mit ihrem Kind auf dem Spielplatz – ohne Maske, wie sie zugibt. „Von sieben Müttern hat keine eine Maske getragen, es wurde aber ausreichend Abstand gehalten“, sagt sie gegenüber Merkurist.

Dann seien fünf Mitarbeiter vom Ordnungsamt auf den Spielplatz gekommen. Ju findet, dass sie sogar eher auf den Spielplatz „gestürmt“ seien. Sie sagt: „Die Mitarbeiter haben eine schusssichere Weste getragen. Fünf Mütter wurden kontrolliert und nach ihren Personalien gefragt, ich bin noch rechtzeitig weggegangen.“

Den Auftritt des Ordnungsamts findet sie übertrieben. „Es ging am Ende nur darum, dass ein paar Personen mit ausreichendem Abstand im Freien keine Maske getragen haben. Dass dann das Ordnungsamt zu fünft mit kugelsicherer Weste auf den Spielplatz stürmt, finde ich nicht verhältnismäßig. Für die Kinder ist das doch einschüchternd.“ Am nächsten Tag habe sie bei der Stadt angerufen und sich über den Auftritt der Mitarbeiter beschwert.

„Mitarbeiter können sich nicht vor jedem Einsatz umziehen“

Eine Beschwerde, die Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr nicht verstehen kann. „Auf dem Spielplatz gilt nun mal aktuell Maskenpflicht, das ist auch klar auf Schildern zu sehen.“ Zudem sei das Ordnungsamt nach einer Beschwerde von Anwohnern über die fehlenden Masken auf den Spielplatz gegangen. „Und keinesfalls gestürmt“, so Peterhanwahr. Vor Ort habe sich herausgestellt, dass die Anrufe nicht zu unrecht eingegangen seien. „Es wurden vier Verwarnungsgelder ausgesprochen. Zudem gab es eine heftigere Diskussion mit einer Dame.“

Die Dienstuniform sei genau dieselbe gewesen wie bei jedem anderen Einsatz auch. „Die Mitarbeiter tragen fast immer schusssichere Weste und waren auch an dem Donnerstag nicht heftiger oder weniger heftig ausgerüstet als sonst. Sie können sich ja nicht vor jedem Einsatz umziehen“, so Peterhanwahr.

Verständnis für die Kritik an dem Einsatz hat Peterhanwahr nicht. „Die Kollegen haben das nicht aus Langeweile gemacht, sondern weil sich Anwohner beschwert hatten.“ Letztlich gebe es eine gute Möglichkeit, um Einsätze des Ordnungsamts zu verhindern. „Indem man sich an die Regeln hält und da eine Maske aufhat, wo es Pflicht ist.“

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