Nach Prügelattacke: Wie geht es Emu Felix?

Eine Gruppe Jugendlicher hat am Sonntagmorgen ihr Unwesen im Oppenheimer Tiergarten getrieben - und dabei auch den zutraulichen Emu Felix verprügelt. Ein Fall, der nicht nur beim Team des Gnadenhofs für Entsetzen sorgt.

Nach Prügelattacke: Wie geht es Emu Felix?

Was dem Emu Felix am frühen Sonntagmorgen passiert ist, hat bei vielen Menschen in Mainz und Umgebung für Entsetzen gesorgt: Das zutrauliche Tier, das im Tiergarten Oppenheim auf einer Koppel mit Schafen, Ziegen und Kühen lebt, wurde von einer Gruppe Jugendlicher verprügelt — mit einem Rechen (wir berichteten). Zuvor hatten die bislang unbekannten Täter die Pferde des Gnadenhofs über die Koppel gescheucht. Eine Nachbarin beobachtete die Attacke von ihrem Balkon aus und rief die Polizei.

Die ermittelt nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Hausfriedensbruchs gegen die unbekannten Täter und sucht nach Zeugen, die weitere Hinweise zur Identität der Jugendlichen geben können. Vor allen in den sozialen Medien ist der Schock seitdem groß: Viele Nutzer fragen sich, warum eine solche Tat geschieht. Und wie Felix die Attacke überstanden hat.

„Dem Felix geht es gut“, erzählt Anke Runge, Leiterin des Tiergarten Oppenheim, am Montagvormittag gegenüber Merkurist. Er sei zwar etwas schreckhafter als sonst, fresse aber normal. Außerdem sei er abgetastet und auf äußerliche Verletzungen überprüft worden - ohne Ergebnis. „Und er hat schon gebadet“, sagt Runge. „Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, dem Wasserschlauch hinterher zu laufen und im Wasserstrahl zu duschen.“ Auch das habe er bereits wieder gemacht.

„Wir sind alle entsetzt“

„Wir haben zahlreiche misshandelte oder verwahrloste Tiere, die schon ihre Erfahrungen mit solchen Menschen hatten.“ - Anke Runge, Leiterin Tiergarten Oppenheim

Trotzdem sitzt der Schreck noch immer tief — auch beim Team des Gnadenhofes. „Wir sind alle entsetzt und die meisten Oppenheimer auch“, so Runge. „Wir haben zahlreiche misshandelte oder verwahrloste Tiere, die schon ihre Erfahrungen mit solchen Menschen hatten.“ Felix gehöre glücklicherweise nicht dazu. Er stammt, so Runge, aus einem Privathaushalt.

Doch nicht nur Felix wurde Opfer der Jugendlichen. Zuvor hatten sie die Pferde des Hofs über die Koppel gescheucht. „Das ist gar nicht lustig“, sagt Runge. „Wir haben unter anderem ein 35 Jahre altes Pony, das nicht mehr so gesund ist.“ Zwar seien in der Vergangenheit bereits Leute unbefugt aufs Gelände gekommen, Tiere mutwillig verletzt habe bislang aber noch niemand.

Tiergarten sammelt Spenden für Kameras

Jetzt will der Tiergarten Konsequenzen ziehen. Neben der Anzeige gegen die bislang unbekannten Täter möchten Runge und ihr Team das Gelände künftig mit Kameras überwachen. Welche Geräte genau dafür infrage kommen und wie sie installiert werden sollen, ist allerdings noch nicht entschieden — denn in der Vergangenheit wurden bereits Kameras am Tiergarten zerstört. Diese waren installiert worden, nachdem die Ziegen des Hofes von Fremden gefüttert worden waren und kurz darauf starben.

Für die geplanten Kameras sammelt der Tiergarten jetzt Spenden. „Vielleicht gibt es in punkto Überwachung auch Firmen, die uns unterstützen wollen“, so Runge — sei es mit technischem Know-How oder geeignetem Equipment. Für die bisherige Anteilnahme aus der Umgebung ist Runge sehr dankbar. „Die Resonanz der Oppenheimer und auch vieler Mainzer ist der Wahnsinn.“

Wer den Tiergarten Oppenheim mit Spenden unterstützen möchte, kann das entweder per Paypal (tiergarten@lernen-foerdern-rlp.de) oder per Überweisung tun. Weitere Infos dazu finden sich auf der Website des Tiergarten Oppenheim. Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei Oppenheim unter der Telefonnummer 06133/9330 in Verbindung zu setzen. (mm)

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