„Sensation“: Staatstheater Mainz ist Opernhaus des Jahres

Das Staatstheater Mainz ist zum Opernhaus des Jahres gekürt worden. In einer Umfrage zeigten sich Kritiker von dem „mutigen und politisch wachen Spielplan“ begeistert.

„Sensation“: Staatstheater Mainz ist Opernhaus des Jahres

Das Staatstheater Mainz ist in einer Kritikerumfrage zum Opernhaus des Jahres gekürt worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Fachzeitschrift „Opernwelt“, für die 40 internationale Kritiker befragt wurden.

Das Haus unter der Leitung von Markus Müller überzeugte demnach mit einem „dramaturgisch bezwingenden, couragierten und politisch wachen Spielplan sowie mit eindrücklichen Regiehandschriften“.

Politisches Programm überzeugt Kritiker

Die Auszeichnung sei eine „Sensation“ angesichts der finanzkräftigen Konkurrenz, heißt es in der Zeitschrift. Das Theater habe den Leitspruch der Aufklärung „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ ernst genommen und mit einem politischen Willen verknüpft.

Gelobt wurden insbesondere Aufführungen wie „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold und „Der Kaiser von Atlantis“ von Viktor Ullmann. Beide waren jüdische Komponisten aus Österreich. Während Korngold noch rechtzeitig vor den Nationalsozialisten fliehen konnte, wurde Ullmann im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Auch die „Mainzer Fassung“ von Missy Mazzolis Musiktheater „Breaking the Waves“ fand Erwähnung.

Das Fachmagazin „Opernwelt“ befragt jährlich Kritiker in etlichen Kategorien. Im vergangenen Jahr hatte das Opernhaus Zürich den Titel gewonnen.