Verwirrung um private Sicherheitsdienste

Außer Polizei und Ordnungsamt kümmern sich auch private Sicherheitsdienste um die Zufahrt an der Opel Arena. Doch inwieweit sind solche Security-Mitarbeiter überhaupt weisungsbefugt?

Verwirrung um private Sicherheitsdienste

Erst in der vergangenen Woche kamen wieder Tausende Fußballfans in die ausverkaufte Opel Arena. Zum EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Estland (8:0) reisten die Anhänger entweder zu Fuß, mit Bus und Tram oder mit dem Privatauto an. Außer der Polizei waren vor Ort auch private Sicherheitsdienste im Einsatz, die die Zufahrt beziehungsweise auch den Zugang über die Feldwege zum Stadion regelten.

Merkurist-Leser Daniel beobachtet dabei besonders die Sicherheitsdienste kritisch. „Rund um das Stadion sind auch Ordnungskräfte in gelben und orangefarbenen Jacken im Einsatz, die zweifelsohne keine hoheitlichen Rechte besitzen, sondern privat zum Ordnungsdienst gehören.“ Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes würden jedoch auch Feldwege und dazugehörige Zufahrten absperren, ohne dass teilweise die Polizei oder das städtische Ordnungsamt mit vor Ort seien, so Daniel. Sie würden Autofahrern dann auch beispielsweise die Anweisung geben, den Feldweg nicht zu befahren.

Und genau da sieht Daniel das Problem: „Problematisch wird es nun meines Erachtens, wenn hiervon auch öffentliche Feldwege oder Straßen und Zufahrten, die der Stadt beziehungsweise dem Staat gehören, betroffen sind.“ Er fragt nun, ob private Sicherheitsleute ohne Zutun von Polizei oder Ordnungsamt in diesem Fall überhaupt weisungsbefugt sind.

Was Stadt und Polizei sagen

Die Stadt Mainz bewertet die Situation eindeutig. Wie Stadtsprecher Marc André Glöckner sagt, sei es üblich, dass beim Länderspiel, wie auch bei den Bundesliga-Heimspielen von Mainz 05 private Sicherheitsdienste vor Ort im Einsatz sind. Diese hätten den Auftrag, die Besucher darauf hinzuweisen, dass öffentliche Feldwege nicht befahren werden dürfen und auf Ackergrundstücken nicht geparkt werden dürfe. Aber: „Verbote sollten von diesen Mitarbeitern nicht ausgesprochen werden. Dafür sind sie rechtlich nicht befugt.“

Diese Vorgehensweise sei im Vorfeld der Veranstaltung mit allen Beteiligten so besprochen und abgestimmt worden, so Glöckner. Zudem seien auch Vollzugsbeamte des Ordnungsamtes im Einsatz gewesen. Generell sei zu sagen, dass es durch die vielen, nicht ortskundigen, auswärtigen Besucher, was das Anfahren und Parken rund um das Stadion anbetrifft, zu problematischen Situationen kam.

Die Polizei bewertet die von Leser Daniel geschilderte Situation differenziert. Wie eine Sprecherin sagt, gehörten einige Wege rund ums Stadion dem Verein. Deshalb sei es im ersten Moment teils schwierig zu sagen, ob es sich um einen öffentlichen oder privaten Weg handelt. Der Sicherheitsdienst sei dann aber nur auf Privatgelände weisungsbefugt. (df)

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