So sahen Mainzer Sehenswürdigkeiten als Baustelle aus

Neue Synagoge, Opel Arena oder Hauptbahnhof: So sahen Mainzer Sehenswürdigkeiten aus, als sie gerade gebaut wurden.

So sahen Mainzer Sehenswürdigkeiten als Baustelle aus

Fast jede Sehenswürdigkeit fängt mal als Baustelle an. Wir zeigen Euch in unserer neuen Serie, wie die Gebäude während ihrer Bauphase ausgesehen haben. Im ersten Teil geht es unter anderem um die Opel Arena und das Mainzer Staatstheater.

Opel Arena

Seit 2009 spielt Mainz 05 ununterbrochen in der Bundesliga - von dieser Serie können andere Bundesligisten nur träumen. Genauso fest zur Bundesliga gehört auch die Opel Arena. Am 3. Juli 2011 wurde sie offiziell eingeweiht, damals noch als Coface Arena.

Dem ging eine längere Planungs- und Bauzeit voraus. Nach vielen Diskussionen und möglichen anderen Standorten entschied sich die Stadt schließlich am 19. Februar 2008, das Stadion am Europakreisel zu bauen. Die Kosten des Stadionbaus betrugen 55 Millionen Euro, dazu kamen noch 15 Millionen Euro für zusätzliche Bau- und Erschließungskosten und für den Erwerb der Baufläche. Der Baubeginn mit den ersten Erdarbeiten war am 5. Mai 2009.

Neue Synagoge

Sie ist ein beeindruckender Bau mitten in der Mainzer Neustadt: die Neue Synagoge. Noch bis zum Jahr 2008 befand sich dort das Hauptzollamtsgebäude, das schließlich abgerissen wurde. Bereits im Jahr 1999 war ein Wettbewerb für den Neubau einer Synagoge in Mainz durchgeführt worden, der Architekt Manuel Herz gewann.

Der Grundstein für die Neue Synagoge in Mainz wurde am 23. November 2008 gelegt, offizielle Einweihung war am 3. September 2010 - unter anderem mit dem damaligen Bundespräsident Christian Wulff.

Hauptbahnhof

Vor rund zwanzig Jahren sah der Mainzer Hauptbahnhof noch komplett anders aus. Eine Einkaufsplattform wie heute gab es damals noch nicht. Die Bahnhofshalle fungierte eher als Überdachung, gefertigt aus schwerem, grauem Stahl. Markant und auch von außen gut sichtbar: das Kupferberg-Fenster mit dem großen Schriftzug. Auch das Fenster von Blendax-Zahnpasta war vielen Mainzern ein Begriff.

1998 mussten sich die Mainzer allerdings von der alte Bahnhofshalle, die in den Nachkriegsjahren errichtet worden war, verabschieden. Sie musste der neuen Konstruktion aus Glas und Stahl weichen, die auch heute noch das Bild bestimmt. Die Abrissarbeiten begannen im Herbst - bei laufendem Betrieb. Bis Dezember 1998 war von der alten Halle nichts mehr übrig.

Staatstheater

Wer heute vor dem Staatstheater am Gutenbergplatz steht, dem fällt sofort etwas ins Auge: der markante Glaszylinder, der sich über dem Großen Haus erhebt. Anfang der 90er-Jahre gab es ihn allerdings noch nicht.

Im Juli 1998 begann schließlich der große Umbau des Staatstheaters. 105,2 Millionen D-Mark waren veranschlagt, um die Grundstruktur und das Mauerwerk von 1833, dem sogenannten Mollerbau, mit den Türmen von Anfang des 20. Jahrhunderts und neuer, moderner Architektur in Einklang zu bringen.

Gautor

Wer vom Schillerplatz die Gaustraße hochgeht, steuert direkt darauf zu: das Gautor. Doch der barocke Torbogen hat nicht immer an dieser Stelle gestanden. Das Tor wurde im Jahr 1670 als Teil der Festungsanlage errichtet. Im 19. Jahrhundert änderte sich die Meinung zu dem Bauwerk: Zusammen mit dem Wall galt es nur noch als Verkehrshindernis. Daher wurde die Anlage 1896 niedergelegt. Auch den Graben schüttete man zu. Das Gautor allerdings konnte erhalten werden - auch aufgrund massiver Proteste der Mainzer. An seinem ursprünglichen Standort konnte es aber nicht stehen bleiben.

Zunächst wurde es im Hof des heutigen Frauenlob-Gymnasiums errichtet. Ab 1962 war es Teil der Grünanlage am Fichteplatz. Erst im Jahr 1998 kehrte das Gautor in die Nähe seines ursprünglichen Platzes zurück. Es stand früher direkt am Eingang zur Gaustraße, nun wurde es etwas versetzt platziert. Dank Spenden des Unternehmens Schott und von Mainzer Bürgern konnte das Bauwerk restauriert und umgesetzt werden. (mm)

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