Mainzer Iraner schreibt Brandbrief an Malu Dreyer

Die islamische Republik Iran geht aktuell äußerst gewaltsam gegen Demonstranten vor, die sich kritisch gegenüber dem eigenen Staat äußern. Ein Mainzer Exil-Iraner bittet nun Ministerpräsidentin Dreyer um Hilfe für seine Landsleute im Iran.

Mainzer Iraner schreibt Brandbrief an Malu Dreyer

Um auf die dramatische politische Situation in seinem Heimatland aufmerksam zu machen, hat der Mainzer Behrouz Asadi einen offenen Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) geschrieben. Darin fordert Asadi die Politiker im Namen des „Demokratischen Forums der Iraner“ auf, gegen die iranischen Regierung einzuschreiten, die die Proteste im Iran gewaltsam niederschlägt.

„Massiver Waffeneinsatz“

„Die Fakten zeigen, dass das iranische Regime die Menschen mit Gewalt unterdrückt und niedermetzelt, weil diese für ihr legitimes Recht zu demonstrieren auf die Straße gehen“, so Asadi in dem offenen Brief. Abertausende Menschen würden täglich verhaftet. „Durch den massiven Waffeneinsatz“ der Regierung gebe es Verletzte und Schwerverletzte. „Das iranische Regime versucht, mit Verleumdungen, Einschüchterung und Repressalien weiterhin jeden Schrei nach Demokratie im Keim zu ersticken.“

Asadi kritisiert auch die deutsche Politik. „Mit Bedauern müssen wir feststellen, dass die Bundesregierung und die Europäische Union bisher keine Intention hatten, gegen dieses massive Vorgehen des iranischen Regimes vorzugehen, trotz der Fakten und klaren Situation.“

Dann wendet sich Asadi direkt an Malu Dreyer. „Frau Ministerpräsidentin, wie lange möchten Sie diese Situation tolerieren, anstatt sich an die Seite von mittellosen Menschen zu stellen und diese zu unterstützen? Nichts legitimiert die Vorgehensweise des iranischen Regimes. Daher fordern wir Sie auf zu handeln und die iranische Regierung zu ermahnen, alle Menschen, die wegen ihrer Meinung, ihres Glaubens und ihrer Forderungen festgenommen wurden, unverzüglich freizulassen.“

Sorge um Inhaftierte

Gegenüber Merkurist sagt Asadi, dass jetzt gehandelt werden müsse. Es gebe Grund zur Sorge, dass die Inhaftierten in den Gefängnissen möglicherweise auch hingerichtet werden. Unter anderem auch deshalb fordere er eine „Ächtung der islamischen Republik Iran“, so Asadi. Gerne würde er mit Ministerpräsidentin Dreyer persönlich über die Ereignisse im Iran sprechen.

Unterdessen teilt die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz auf Anfrage mit, „dass Ministerpräsidentin Malu Dreyer den genannten Brief erhalten hat“. Selbstverständlich werde der Absender auch eine Antwort bekommen, deren Inhalt allerdings nicht über die Medien kommuniziert werde, so die Staatskanzlei.

Den vollständigen Offenen Brief gibt es hier im Wortlaut. (rk)

Logo