Warum bestellt die Mainzer Mobilität neue Diesel-Busse?

Die Mainzer Mobilität hat neue Fahrzeuge angeschafft. Doch warum sind alle mit Diesel- statt mit Elektromotoren ausgestattet?

Warum bestellt die Mainzer Mobilität neue Diesel-Busse?

In Mainz wurden neue Busse angeschafft: 17 Gelenkbusse, allesamt mit Dieselantrieb. Das teilt die Mainzer Mobilität (MM) auf Merkurist-Anfrage mit. Elf von ihnen sind bereits auf den Buslinien unterwegs, die weiteren sollen nun nach und nach dazukommen. Die neuen Fahrzeuge ersetzen ältere Diesel-Busse, die bereits seit mehr als 15 Jahren, teilweise bis zu 18 Jahren, im Einsatz waren.

Dass sie ausgerechnet mit Dieselmotoren angetrieben werden, verwundert manchen: „Weshalb wieder mit umweltunfreundlichen Dieselantrieb?“, fragt etwa Merkurist-Leser Benedict.

Tatsächlich hatten Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und Janina Steinkrüger, Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr (Grüne), erst im November verkündet, dass die Stadt bis 2035 klimaneutral werden soll - und ein Schwerpunkt der Maßnahmen der ÖPNV sei. Eine „Verkehrs- und Mobilitätswende“ sei notwendig, „alternative Antriebe wie Batterie, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe“ sollen gefördert werden, heißt es im „Bericht zur Umsetzung der Maßnahmen des Stadtratsbeschlusses zum Klimanotstand“ (wir berichteten).

Doch: „Die Dieseltechnik ist seit vielen Jahrzehnten im Alltagsbetrieb bewährt“, sagt MM-Sprecher Michael Theurer dazu. Alle Busse seien mit „modernsten Dieselmotoren nach Euro-6-Norm“ ausgestattet. Gleichzeitig jedoch seien 23 Elektro-Busse bestellt, die bis Ende des Jahres geliefert werden sollen.

Wann wird der Dieselmotor im ÖPNV ersetzt?

Bisher sind vier Elektrobusse in Mainz im Einsatz. Innerhalb der nächsten Wochen wird zudem erstmals ein Brennstoffzellenbus die Flotte ergänzen. „Wir wollen diese Technik im Alltagsbetrieb dann zunächst ausgiebig testen, um entscheiden zu können, ob wir weitere Brennstoffzellenbusse anschaffen“, erklärt Theurer. In der Nachbarstadt Wiesbaden fahren bereits zwei solcher Busse, sie sollen gemeinsam mit den batterie-elektrischen Bussen allmählich die Dieselfahrzeuge ersetzen. Die Energie für die Wiesbadener Brennstoffzellenbusse wird übrigens aus dem Energiepark Mainz angeliefert (wir berichteten).

Die Mainzer Mobilität hatte bereits vor zwei Jahren versucht, vier Brennstoffzellenbusse zu bestellen. „Der Versuch ist gescheitert, weil der Hersteller damals nicht liefern konnte“, so Theurer. Auch in Mainz sei das Ziel, mittelfristig nur noch Fahrzeuge mit alternativen Antriebsarten anzuschaffen. „Aber das liegt am Fahrzeugangebot und auch an der Wirtschaftlichkeit.“ So seien Busse mit Batterie oder Brennstoffzellen in der Anschaffung weitaus teurer als Dieselbusse – ein Gelenkbus koste bis zu 500.000 Euro mehr. Auch die Reichweite sei bisher noch geringer als bei den Dieselbussen.

Die neu angeschafften Busse, alle von Mercedes Benz, Typ Citaro C2, sind mit einem Heizungs-Klimasystem ausgestattet, der auch Viren aus der Luft filtern kann. Auch haben die Fahrzeuge USB-Ladebuchsen und ein Abbiegewarnsystem.

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