Vorfahrt für Busse und Bahnen - wie funktioniert das eigentlich?

In Mainz und Umgebung gibt es über 240 Ampelkreuzungen mit Vorrangschaltung für öffentliche Verkehrsmittel. Aber wie funktioniert das eigentlich?

Vorfahrt für Busse und Bahnen - wie funktioniert das eigentlich?

Während Autos von der sogenannten Grünen Welle profitieren, gibt es für Busse und Bahnen einen anderen Vorteil im städtischen Verkehr: Ampelschaltungen, die auf ÖPNV-Fahrzeuge reagieren und ihnen Vorfahrt gewähren. „Doch wie funktioniert dieses System überhaupt?“, fragt sich Leser Manuel.

Wie das System genau funktioniert, erklärt der Pressesprecher der Mainzer Mobilität Michael Theurer. „In Mainz gewährt das ITCS-Management der Mainzer Mobilität den Bussen und Bahnen Vorrang. ITCS steht für: Intermodal Transport Control System, also unser rechnergesteuertes Betriebssystem. Nähert sich eine Straßenbahn oder ein Bus einer Kreuzung mit Vorrangschaltung, erkennt der Bordrechner des Fahrzeugs dies per GPS und erzeugt einige Hundert Meter vor der Kreuzung Funktelegramme, die über die Antenne auf dem Dach automatisch an die Ampel gefunkt werden.“

Dabei übermittle das System Daten wie Liniennummern, Entfernungen oder die Kennnummer der Kreuzung. Ein Ampelsignal auf dem Display des Bordcomputers im jeweiligen Fahrzeug sei für die Fahrer das Zeichen dafür, dass die Ampelanlage informiert wurde. „Der Steuercomputer der Ampel verändert nun die Reihenfolge oder Dauer der Ampelphasen so, dass Bus und Bahn bei Erreichen der Kreuzung Grün bekommen.“

Sobald das Fahrzeug die Kreuzung überquert hat, sendet es ein Abmeldesignal, sodass die Ampel wieder normal schaltet. An einigen Kreuzungen können die Fahrer Ampelanlagen aber auch von Hand beeinflussen. „Dies ist zum Beispiel an einigen Endhaltestellen oder Anschlusshaltestellen mit Aufenthaltszeiten der Busse und Bahnen erforderlich.“

Zusammenarbeit zwischen Mainzer Mobilität und Kommunen

Laut Theurer gibt es aktuell über 240 Kreuzungen mit Vorrangschaltung in Mainz, Wiesbaden sowie den benachbarten Landkreisen Groß-Gerau und Mainz-Bingen. „Die Ampeln und deren Steuerungen befinden sich dabei im Eigentum der Kommunen - das ITCS der Mainzer Mobilität übernimmt die Ansteuerung per Funk“. Um die Vorrangschaltungen weiter auszubauen und Fehler und Störungen zu beseitigen, arbeite die Mainzer Mobiltät mit den zuständigen Ämtern und kommunalen Stellen zusammen. Besonders in Mainz erfolge ein ständiger Austausch zwischen ITCS-Management und der zuständigen Abteilung des Stadtplanungsamtes. (mm)

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