„Unkraut“?: Ärger über Rasengleis der Mainzelbahn

Einige Straßenbahngleise in Mainz sind mit Schotter aufgefüllt, manche liegen im Boden und zwischen anderen wächst Gras. Doch an bestimmten Stellen wirken diese Rasengleise für ein paar Mainzer wie „Unkraut“. Das sorgt für Unmut.

„Unkraut“?: Ärger über Rasengleis der Mainzelbahn

Grünes Gras auf Gleisen hat außer der Optik auch einen praktischen Nutzen: Es dämmt den Schall und kann das Stadtklima verbessern. Aus diesem Grund hat die Stadt für einen Teil der Strecke der Mainzelbahn solches Rasengleis vorgesehen (wir berichteten). Laut Angaben der Mainzer Stadtwerke sind 3,3 Kilometer der insgesamt 9,2 Kilometer langen Mainzelbahn mit Gras bedeckt. Hinzu kommt ein weiterer 1,2 Kilometer langer Streckenabschnitt an der Universität, der mit einer Kombispur versehen ist. Hier besteht die eine Hälfte aus Rasengleis, die andere aus Asphalt. Insgesamt besteht also knapp die Hälfte der Strecke aus Rasengleis, der Rest aus Schotter und Asphalt.

Gleise werden nicht bewässert

Doch statt grünem Rasengleis sieht man vielen Gleisen der Mainzelbahn bloß kahle Stellen. Das ärgert Merkurist-Leserin Lisa. Sie schreibt in ihrem Snip „Rasengleis war versprochen, stattdessen haben wir überall Unkraut.“ Für das „Unkraut“ hat der Pressesprecher der Mainzer Stadtwerke, Michael Theurer, eine einfache Erklärung: „Grundsätzlich ist es so, dass die Rasengleise der MVG (Mainzer Verkehrsgesellschaft) nicht bewässert werden. Vielen schwebt bei Rasengleis ein sattgrüner Rasen vor. Die permanente Bewässerung von solch großen Flächen wie den Rasengleisen der Mainzer Mobilität (MM) wäre angesichts des Wasserverbrauchs weder wirtschaftlich sinnvoll noch ökologisch geboten.“ In der Vergangenheit haben außerdem ungünstige Wetterbedingungen wie Frost und Trockenheit den Wuchs des Grases behindert.

Andere Merkurist-Leser scheint das jedoch nicht zu stören. Mehr noch, sie freuen sich über den natürlichen Wuchs und wollen, dass er bleibt. Dirk und Katharina ziehen Wildblumenwiesen dem englischen Rasen vor, dies sei besser für Insekten und Bienen. Und Carlo, der sich selbst als „großer Kritiker der Verwaltung“ bezeichnet, hält es für „unrealistisch“, dass die Stadt einen englischen Rasen unterhält.

Auch Stadtwerkesprecher Michael Theurer kann verstehen, dass die Meinungen bei diesem Thema auseinandergehen: „Die einen halten es für Unkraut, die anderen freut es wegen der Natur.“ (mm)

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