S-Bahn Rhein-Main: Ein Problem gelöst, das nächste wartet schon

Die S-Bahn Rhein-Main hat personalbedingte Zugausfälle stark reduziert. Doch Baustellen sorgen weiterhin für Probleme im Betriebsablauf.

S-Bahn Rhein-Main: Ein Problem gelöst, das nächste wartet schon

Die Personalengpässe bei der S-Bahn Rhein-Main, die in den vergangenen Jahren für viele Zugausfälle sorgten, sind größtenteils behoben. Wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilt, müssen Fahrgäste aber weiterhin mit Verspätungen und Ausfällen rechnen – aus einem anderen Grund.

In den vergangenen Monaten hat die S-Bahn Rhein-Main nach eigenen Angaben über 70 neue Lokführerinnen und Lokführer eingestellt. Jedes Jahr werden zudem 30 weitere im Anschluss an ihre Ausbildung hinzukommen. „Damit verfügen wir über eine ausgeglichene Personallage“, so Hendrik Penner, Chef der S-Bahn Rhein-Main. Die Folge: Waren im Vorjahreszeitraum noch 3,2 Prozent der Zugausfälle auf Personalengpässe zurückzuführen, sind es in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 nur noch 0,2 Prozent.

Tausende Baustellen bremsen Züge aus

Trotz der besseren Personallage beeinflussen Baumaßnahmen und Instandhaltungsarbeiten die Pünktlichkeit zunehmend. „Wir erleben, dass das hohe Baugeschehen immer stärkere Auswirkungen auf Stabilität und Pünktlichkeit hat – bei steigenden Fahrgastzahlen“, erklärt Prof. Knut Ringat, Vorsitzender der RMV-Geschäftsführung. Für dieses Jahr hat die DB InfraGO AG rund 2800 Bautätigkeiten im RMV-Gebiet angekündigt, die den Fahrplan beeinflussen werden.

Die Zuverlässigkeit der S-Bahn lag im ersten Quartal 2026 bei 89,9 Prozent und damit leicht höher als 2025 (88,3 Prozent). Im Regionalbahnverkehr stieg sie auf 90 Prozent. Gleichzeitig verzeichnet der RMV mit 839 Millionen Fahrgästen im Jahr 2025 einen neuen Rekord. Allein die S-Bahn Rhein-Main wird täglich von rund 500.000 Menschen genutzt.