RMV stellt Extra-Funktion seiner Automaten vor

Der RMV hat am Mittwoch in Oberursel seinen ersten WLAN-tauglichen Fahrkartenautomaten vorgestellt. Bis Ende Februar soll die Internetnutzung an 630 Verkaufsstellen im gesamten Verkehrsgebiet möglich sein – auch in Mainz.

RMV stellt Extra-Funktion seiner Automaten vor

Bisher waren die neuen Automaten des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) eher unbeliebt. Zum einen möchte niemand gerne sein Geld loswerden. Zum anderen funktionierten sie in der Anfangszeit ihres Betriebs teilweise nicht. Doch der Ruf der Automaten soll sich nun ändern. Ab sofort wird von den Automaten aus eine kostenlose Internetverbindung hergestellt – in diese kann sich jeder Wartende einloggen.

Eine „tolle Neuerung“ nennt Ulrich Krebs, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des RMV, die Aufrüstung der Automaten mit WLAN. Ein Großteil der insgesamt 630 Verkaufsstellen ist schon heute einsatzbereit, die restlichen sollen bis Ende Februar folgen. Dann kann an allen S-Bahn- und Regionalbahn-Haltestellen des RMV kostenlos gesurft werden. Mit insgesamt 840 Hotspots in Fahrzeugen und Bahnhöfen wird der Verkehrsverbund damit eigenen Aussagen nach zum größten WLAN-Anbieter des deutschen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).

WLAN als Kundenmagnet

Bis Mitte des vergangenen Jahres hatte der RMV seine alten Automaten durch Apparate der Firma Transdev ersetzt. Diese sind mit Routern ausgestattet, welche nun freigeschaltet werden. Ziel des Verbundes sei es dabei, mehr Menschen zu einem Umstieg auf Busse und Bahnen zu bewegen, sagt Krebs. Ein gutes WLAN-Angebot sei dafür ein geeignetes Mittel. Musik oder kurze Filme zu streamen sei unterwegs oft mühsam. „Da habe ich dann oft kein Netz, gerade im ländlichen Raum ist die Verbindung schlecht“ beschreibt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat die aktuelle Situation für Wartende. Die neuen Automaten sollen das ändern.

„Mit dem WLAN wollen wir einen großen Schritt in der Digitalisierung vorangehen.“ – Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer

Neben dem Gedanken an den Kunden, der damit eine angenehmere Reise beim Pendeln haben soll, ist das neue Angebot auch Teil einer langfristigen Strategie des RMV. „Mit dem WLAN wollen wir einen großen Schritt in der Digitalisierung vorangehen“, sagt Ringat. Dazu gehöre auch, dass bis Ende des Jahres nicht nur einige, sondern alle S-Bahnen mit WLAN ausgestattet sein sollen.

Das erwartet die Nutzer

Das vom RMV zur Verfügung gestellte Netz biete laut Aussagen der Vertreter des Verbundes einer Übertragungsrate von 150 MBIT pro Sekunde. Je Nutzer stehe eine Kapazität von 100 Megabyte pro Tag zur Verfügung. So soll eine faire Nutzung ermöglicht werden. „Nicht das einer dann komplette Filme streamt und der andere nicht ein Mal den Fahrplan checken kann“, erklärt Ringat den Grund für die Beschränkung. Zustande komme der Internetzugang über die Anbieter Vodafone und Telekom.

Die Anbindung an das Netz erfolge generell über den Mobilfunkstandard LTE. Diese Qualität könne jedoch aufgrund der Qualität des Deutschen Mobilfunknetzes noch nicht überall gewährleistet werden, sagt Ringat. Daher sei an manchen Standorten bisher nur 3G verfügbar. An vier Standorten sei das Deutsche Netz außerdem so schwach, dass die Automaten gar nicht funktionieren. Davon betroffen sind die Landkreise Limburg-Weilburg und der östliche Main-Kinzig-Kreis. Um diesen Missstand zu beheben, müsse allerdings zunächst der allgemeine Netzausbau in Deutschland verbessert werden, sagt Vanessa Rehermann, Sprecherin des RMV.

Die Nutzung des Internet-Services ist vergleichsweise einfach und erfolgt in drei Schritten: Zuerst muss das WLAN am jeweiligen mobilen Gerät aktiviert und das Netzwerk WLAN@RMV ausgewählt werden, dann müssen nur noch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptiert werden und man ist im Internet.

(lo/lp)

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