Mangel an Ersatzteilen: Bekommt der Mainzer ÖPNV ein Problem?

Ein hoher Krankenstand beim Fahrpersonal und die Nachwirkungen des Hackerangriffs sorgen aktuell weiter für große Beeinträchtigung im Mainzer ÖPNV. Droht der Mainzer Mobilität jetzt noch ein weiteres Problem, mit dem andere Städte zu kämpfen haben?

Mangel an Ersatzteilen: Bekommt der Mainzer ÖPNV ein Problem?

Hackerangriff, massive Fahrtausfälle und verärgerte Kunden: Die Mainzer Mobilität (MM) hat aktuell mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Leser Maik sorgt sich nun, dass noch ein weiteres Problem den Betriebsablauf bei dem Verkehrsunternehmen nachhaltig beeinträchtigen könnte. Er fragt, ob die MM für Reparaturen an ihren Bahnen und Bussen überhaupt gerüstet ist. Denn viele Ersatzteile seien momentan aufgrund von Lieferengpässen bei den Herstellern nicht verfügbar.

Als Beispiel führt Maik an, dass in Dresden wieder alte Tatra-Straßenbahnen aus der DDR-Zeiten aktiviert wurden, weil Ersatzteile teils nicht mehr hergestellt werden können. Dass dies tatsächlich der Fall ist, bestätigen auch die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). „Grund für die Renaissance der Tatras ist (…) die aktuell problematische Ersatzteillage.“ Manche Komponenten, wie beispielsweise die benötigten Stromrichter, könnten die Hersteller nicht liefern, „weil der Weltmarkt für elektronische Bauteile leer ist“.

Wie die DVB angibt, sei man froh, zur Sicherung des Betriebsablaufs noch einmal auf die alten Tatra-Wagen zurückgreifen zu können.

Doch wie sieht es nun in Mainz aus, gibt es hier auch schon erste Anzeichen eines Ersatzteilemangels? Bei der Mainzer Mobilität gibt man sich auf Anfrage noch entspannt. So erklärt Pressesprecher Michael Theurer, dass beim Betrieb von Bussen und Straßenbahnen, dem dazugehörigen Gleisnetz und Anlagen unzählige Ersatzteile benötigt würden. Deshalb könne man „nie gänzlich ausschließen, dass mal einige davon nicht lieferbar sind und etwas nicht sofort repariert oder instandgesetzt werden kann“. Bisher habe man das aber meistens sehr gut über Ersatzlieferanten oder auch über die eigene Werkstatt hinbekommen, so Theurer.

Logo