Fahrpreiserhöhung nach 9-Euro-Ticket – Kritik an RMV

Ab Juni wird das 9-Euro-Monatsticket gelten, jedenfalls für drei Monate. Danach werden die Tickets teurer als vorher. Das kritisiert nun unter anderem die rheinland-pfälzische Mobilitäts- und Klimaschutzministerin.

Fahrpreiserhöhung nach 9-Euro-Ticket – Kritik an RMV

Drei Monate unbegrenzt Bus und Bahn im Nahverkehr fahren, für lediglich jeweils neun Euro. Deutschlandweit wird das angekündigte 9-Euro-Monatsticket nun ab Juni auch in Mainz verfügbar sein. Das haben die regionalen Verkehrsverbünde erst kürzlich mitgeteilt (wir berichteten).

Was dabei fast untergegangen ist: Bereits im Januar hatte der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) beschlossen, die Fahrpreise zum 1. Juli noch einmal zu erhöhen, und zwar um durchschnittlich 3,9 Prozent. Wegen des dann noch geltenden 9-Euro-Tickets werden die höheren Ticketpreise jedoch erst ab September zu spüren sein. Bereits im Januar waren die Ticketpreise um 1,5 Prozent teurer geworden. Wie der Pressesprecher der Mainzer Mobilität, Michael Theurer, damals gegenüber Merkurist erklärte, sei eine jährliche Erhöhung der Tarife normal. Aufgrund der Corona-Pandemie seien jedoch die Erhöhungen dieses Mal verschoben worden (wir berichteten).

Ungewöhnlich hohe Steigerung

Nun fällt die Erhöhung in diesem Sommer ungewöhnlich hoch aus. Laut RMV sollen so die überdurchschnittlich gestiegenen Betriebskosten, etwa durch die hohe Inflationsrate, abgedeckt und die Einnahmen gesichert werden, „um auch weiterhin das Angebot zu verbessern und ausbauen zu können.“ Auch die gestiegenen Diesel- und Strompreise werden als Grund genannt. 3,20 Euro statt bisher 2,90 Euro wird dann eine Einzelfahrkarte in Mainz kosten. Auch der Preis für die Monatskarte wird geringfügig steigen.

Die rheinland-pfälzische Mobilitäts- und Klimaschutzministerin Katrin Eder kritisiert die geplante Preiserhöhung: „Das ist weit entfernt von dem, was wir für den Klimaschutz brauchen.“ Denn um langfristig mehr Menschen zum Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu bewegen, solle das Angebot zu günstigen Tarifen ausgebaut werden. So hätten die Verkehrsminister der Länder auf ihrer kürzlich stattgefundenen Frühjahrskonferenz wiederholt vom Bund verlangt, die Mittel um 1,5 Milliarden Euro strukturell zu erhöhen, um damit das ÖPNV-Angebot auszubauen.

„Das ist weit entfernt von dem, was wir für den Klimaschutz brauchen“ – Katrin Eder

Auch die Städte Mainz und Wiesbaden hatten schon Ende Januar in einer gemeinsamen Erklärung die erneute Preiserhöhung von Bus- und Bahnfahrkarten kritisiert. Sie treffe vor allem die Menschen, die ohnehin schon jeden Euro umdrehen müssten. Das sei das „völlig falsche Signal zur völlig falschen Zeit“, sagten der Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol und die Mainzer Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (beide Grüne), die auch jeweils Aufsichtsratsvorsitzende der beiden Verkehrsunternehmen ESWE-Verkehr und MVG sind (wir berichteten). In diesem Zusammenhang hatten die beiden aber auch zugesichert, dass die Sammelkarte für Wiesbaden und Mainz stabil blieben. Denn das sei das einzige Ticket-Produkt, über das die Städte frei entscheiden dürfen.

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