„Brücke ins Nichts“: Kritik an Busanbindung in vorlesungsfreier Zeit

Seit diesem Jahr rollen erstmals Busse über die ehemalige „Brücke ins Nichts“. Neben den Linien 76 und 78 fährt auch die Linie 9 auf dieser Strecke. Doch nicht alle Fahrgäste sind mit der Taktung der Linie 9 nach dem Fahrplanwechsel zufrieden.

„Brücke ins Nichts“: Kritik an Busanbindung in vorlesungsfreier Zeit

Jahrelang sorgte sie für Spott: die „Brücke ins Nichts“. Die Stadt Mainz hatte die Busbrücke über die Koblenzer Straße bauen lassen, um die Hochschule besser mit neuen Gebäuden auf der anderen Seite zu verbinden. Das Problem: In der insgesamt sechsjährigen Planungszeit vergaßen die Verantwortlichen, die notwendigen Grundstücke von privaten Eigentümern zu kaufen.

2018 kam dann Bewegung in den Fall: Stadt und Eigentümer der Grundstücke konnten sich einigen und die Straßenanbindung mit der Bushaltestelle wurde fertig gebaut. Seit September fahren nun auch Busse über die Brücke. Leser Manuel findet jedoch, dass die Busanbindung nach dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember nicht mehr optimal ist.

Leser Mark versucht dagegen zu erklären, dass die Brücke nicht nur für Busverbindungen gedacht ist: „Die Brücke war nie zur reinen ÖPNV-Anbindung gedacht.“ Sie stelle vielmehr eine barrierefreie Verbindung zwischen dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) und dem Campus der Hochschule auf dieser Seite dar. Das müsse auch als Vorleistung für die Zukunft verstanden werden. „Das Areal wird im Laufe der nächsten Jahre bebaut. Daher ist es gut, dasss die Infraktur schon vorher steht“, so Mark.

Was die Mainzer Mobilität sagt

Der Pressesprecher der Mainzer Mobilität (MM) Michael Theurer erklärt die Situation wie folgt: „Die Campusbrücke wird ab Mitte Dezember von der Linie 9 an Vorlesungstagen alle 30 Minuten je Richtung befahren.“ Diese Taktung richte sich letztlich nach der Nachfrage der MM-Kunden. Aber die MM halte sich hier immer weitere Optionen offen, die von der Entwicklung der Gebiete abhängen.

„Wie ein Nutzer richtig schreibt, handelt es sich hierbei ja nicht nur um eine ÖPNV-Brücke, sondern um eine barrierefreie Verbindung der Hochschulstandorte, die durch den ÖPNV mitgenutzt werden kann. Und sie wird ja mitgenutzt“, so Theurer. Auch an vorlesungsfreien Tagen gebe es künftig Fahrten auf den südlichen Uni-Campus: Morgens vom Hauptbahnhof über die Universität (Hanns-Dieter-Hüsch-Weg bis Duesbergweg) und nachmittags zurück. „Diese Fahrten fahren zwar ebenfalls als Linie 9, kommen betriebsbedingt aber nicht über die Campusbrücke“, so Theurer. (pk)

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