Das Kurzstreckenticket für den öffentlichen Nahverkehr in Mainz wurde Ende 2025 abgeschafft (wir berichteten). Als Hauptgründe nennt die Stadt eine drastisch gesunkene Nachfrage und zu hohe Kosten. Eine Wiedereinführung des Angebots ist nicht geplant. Das geht aus der Antwort der Verwaltung auf eine aktuelle Anfrage der ÖDP-Stadtratsfraktion hervor.
Die ÖDP hatte sich an die Stadt gewandt, da sie bei Bürgertreffen und an Infoständen immer wieder auf die Einstellung des Tickets angesprochen wurde und das auf Unverständnis gestoßen sei.
Nachfrage um über 80 Prozent eingebrochen
Laut der Stadtverwaltung ist die Nachfrage nach dem Kurzstreckenticket in den vergangenen Jahren massiv zurückgegangen. Viele Fahrgäste seien auf das Deutschlandticket oder Sammelkarten umgestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2019 wurden demnach im Jahr 2025 rund 83 Prozent weniger Kurzstreckentickets für Erwachsene und sogar 88 Prozent weniger für Kinder verkauft. Die Verkaufszahlen sanken von rund 391.000 auf etwa 65.000 bei den Erwachsenen.
Gleichzeitig sei der Preisunterschied zur Sammelkarte immer geringer geworden, während die technischen und vertrieblichen Kosten für das Kurzstreckenticket gestiegen seien. Der Aufwand für Verwaltung, Kontrolle und Kommunikation habe in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen für die Fahrgäste gestanden. Der allgemeine Kostendruck zwinge die Verkehrsunternehmen, ihr Tarifsystem zu vereinfachen und Angebote mit geringer Nachfrage aus dem Sortiment zu nehmen.
Keine Wiedereinführung geplant
Spürbare negative Auswirkungen auf die Nutzung des ÖPNV in Mainz erwartet die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) durch die Abschaffung des Tickets nicht.
Eine Wiedereinführung eines vergleichbaren Angebots für kurze Fahrten werde es daher nicht geben. Die Stadt verweist darauf, dass für Gelegenheitsfahrten innerhalb von Mainz und Wiesbaden die Sammelkarte als „attraktives und günstiges Produkt“ zur Verfügung stehe.