Neue Verkehrsführung am Pariser Tor sorgt für Ärger

Die neue Verkehrsführung am Pariser Tor sorgt bei vielen für Unmut - und für Staus. Was es mit den neuen Abbiegespuren auf sich hat.

Neue Verkehrsführung am Pariser Tor sorgt für Ärger

Wer vor ein paar Wochen von der Geschwister-Scholl-Straße in der Mainzer Oberstadt aus nach links in Richtung B40 fahren wollte, konnte eine von zwei Abbiegespuren nutzen. Das ist nun allerdings vorbei, wie einige Merkurist-Leser bemerkten. Denn am Pariser Tor gibt es nun nur noch eine Abbiegespur nach links, dafür zwei nach rechts und ganz rechts eine reine Busspur.

Diese Neuerung sorgt bei einigen Merkurist-Lesern für Unmut.

Ganz neu ist diese Verkehrsführung allerdings nicht. Hier sei vielmehr ein alter Zustand wiederhergestellt worden, erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. „Vor dem Bau des Hechtsheimer Tunnels bestand diese Busspur in der heutigen Art bereits und es gab nur einen Linksabbieger in Richtung Pariser Straße stadtauswärts. Während der Baumaßnahmen am Hechtsheimer Tunnel wurde dies geändert, damit die Autofahrer aus dem Bereich Berliner Siedlung über die B40 besser ins Autobahnnetz gelangen konnten.“ Nach Fertigstellung des Autobahnausbaus sei die Auffahrt Oberstadt/Hechtsheim wieder ohne Einschränkungen befahrbar gewesen. „Die Hauptaufgabe des Mainzer Ringes ist die Umfahrung der Stadt für den überörtlichen Verkehr.“

Nach Ende der Baumaßnahme nutzten Autofahrer von auswärts aber verstärkt die Strecke über die Geschwister-Scholl-Straße als „Schleichverkehr“ von Frankfurt kommend nach Rheinhessen, so Peterhanwahr weiter. „Dies führte zu einer hohen innerstädtischen Verkehrsbelastung von Fahrzeugen, die eigentlich den nun deutlich ausgebauten Mainzer Ring auf dieser Strecke nutzen sollten.“ Zudem habe dieser „Schleichverkehr“ für erheblichen Unmut in der Oberstadt gesorgt.

Das Ziel: „Schleichverkehre“ vermeiden

Die temporäre Einrichtung einer zweiten Linksabbiegespur sei somit nun rückgängig gemacht worden. „Für den Autoverkehr aus der Oberstadt selbst war und ist eine Linksabbiegespur ausreichend. Der Nutzen der Streichung liegt auf der Hand.“ So werden der Busverkehr beschleunigt und „Schleichverkehre“ vermieden. Die Oberstadt und Weisenau werden zudem von unnötigen Schadstoff- und Lärmemissionen entlastet. Die Attraktivität des ÖPNV solle durch die neue Verkehrsführung ebenfalls steigen. „Daher ist auch diese, dauerhaft angelegte, Maßnahme Teil des aktuellen Luftreinhalteplans.“

Rückstaus seien hier - wie bei jeder Änderung der Verkehrsführung - zu erwarten, sagt Peterhanwahr. „Nach einigen Tagen wird sich dies erfahrungsgemäß einpendeln, nach einigen Wochen wird sich die Wirkung der Umstellung einstellen und die Geschwister-Scholl-Straße nicht mehr für Schleichverkehre genutzt werden.“ Busse können dann auch von der Busspur profitieren. „Die Situation vor Ort wird in den kommenden Tagen stetig beobachtet und gegebenenfalls noch die Ampelschaltung angepasst.“

Für Fragezeichen sorgt bei vielen an dieser Stelle auch die Verkehrsführung in Richtung Landwehrweg:

Hier befindet sich nun eine durchgezogene Linie, die die Autofahrer von der Geschwister-Scholl-Straße kommend überfahren müssten, um rechts in den Landwehrweg abzubiegen. Ist das Abbiegen damit untersagt?

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Überfahren einer durchgezogenen Linie dann gestattet, wenn eine Zufahrt auf keinem anderen Weg erreichbar ist - dies gelte aber nur für Grundstückszufahrten und Parkplätze. Ein Schild könnte dieses Verbot aufheben - das ist am Landwehrweg allerdings nicht vorhanden. Ansonsten kann alleine fürs Überfahren ein Bußgeld von zehn Euro fällig werden. Das bestätigt auch ein Sprecher der Polizei Mainz. Ob für den Landwehrweg eine Ausnahme gilt, war bis zum Erscheinen des Artikels unklar (wir berichten nach).

Weitere Infos zum Luftreinhalteplan und den weiteren Maßnahmen findet Ihr auf der Webseite der Stadt. (pk)

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