Corona: Der 3-Stufen-Plan in Rheinland-Pfalz

50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen - diese Zahl sollte Mainz in den nächsten Monaten nicht überschreiten. Denn dann würden Lockerungen wieder zurückgenommen. Doch was passiert genau?

Corona: Der 3-Stufen-Plan in Rheinland-Pfalz

Zurückgehende Infektionszahlen, Neustart für Gastronomie und Hotels und weitere Lockerungen in Aussicht: Am gestrigen Mittwoch gab es viele gute Nachrichten (wir berichteten). Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte: „Wir haben viel erreicht. Das Infektionsgeschehen in Rheinland-Pfalz ist so niedrig, wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie.“ Auf dieser Basis werde das Land nun über weitere Schritte entscheiden. Aber: Sollten sich die Zahlen verschlechtern, könnten diese Schritte auch wieder nach hinten gehen.

Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich auf eine „Corona-Obergrenze“: In Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen wird „erneut ein konsequentes Beschränkungskonzept“ umgesetzt. Derzeit ist die Region noch deutlich entfernt von dieser Zahl: In der kreisfreien Stadt Mainz gab es in den vergangenen sieben Tagen 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, in Mainz-Bingen waren es sogar nur zehn (Stand 6. Mai, 0 Uhr). Doch was passiert, wenn der Wert 50 wieder überschritten wird?

„Wir werden die Infektionszahlen genau beobachten. Wird ein bestimmter Grenzwert überschritten, werden wir in einem 3-Stufen Programm mit Beschränkungsmaßnahmen reagieren,“ sagte Ministerpräsidentin Dreyer. Dann müsse in dem Landkreis sofort ein „konsequentes Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden“ umgesetzt werden.

3-Stufen-Plan

Zunächst informieren die Landesgesundheitsbehörden das Robert-Koch-Institut. Dann gibt es je nach Infektionsgeschehen drei Stufen der Beschränkung:

  1. Stufe: Bei einem lokalisierten und klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen zum Beispiel in einer Einrichtung, kann dieses Beschränkungskonzept nur diese Einrichtung umfassen.

  2. Stufe: Bei einem verteilten regionalen Ausbruchsgeschehen und unklaren Infektionsketten müssen allgemeine Beschränkungen regional wieder konsequent eingeführt werden. Diese Maßnahmen müssen aufrechterhalten werden, bis dieser Wert mindestens sieben Tage unterschritten wird.

  3. Stufe: Zudem seien auch Beschränkungen nicht erforderlicher Mobilität in die besonders betroffenen Gebiete und aus ihnen heraus geboten. Spätestens dann, wenn die Zahl weiter steigt – und es keine Gewissheit gibt, dass die Infektionsketten bereits umfassend unterbrochen werden konnten.

Sollten die Zahlen der Neuinfektionen hingegen weiter niedrig bleiben, können die Länder in eigener Verantwortung weitere Lockerungsschritte gehen. Beispielsweise sind Fitnessstudios, Schwimmbäder und Clubs nach wie vor geschlossen. Auch hier will das Land bald entscheiden, wie es für die betroffenen Unternehmen weitergeht. Fest steht laut Ministerpräsidentin Dreyer: „Mit jedem zusätzlichen Grad der Öffnung ist es umso wichtiger, dass Abstands- und Hygieneregeln weiter konsequent eingehalten werden.“ (mm)

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