Obdachlose können in Mainzer Hotel ziehen

Initiative geht auf Mainzer Arzt Prof. Dr. Trabert zurück

Obdachlose können in Mainzer Hotel ziehen

Wohnungslose können in nächster Zeit im Hotel „INNdependence“ unterkommen - das geht auf eine Initiative des Landes und des Mainzer Arztes Prof. Dr. Gerhard Trabert vom Verein Armut und Gesundheit zurück.

Viele Anlaufstellen und Tafeln waren durch die angeordneten Maßnahmen des Landes geschlossen worden. Zudem seien die Wohnheime überfüllt, heißt es in der Pressemitteilung der Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen (gpe). Die gpe bietet Menschen mit Einschränkungen aufgrund einer psychischen Erkrankung Arbeitsplätze im allgemeinen Arbeitsmarkt, unter anderem im Hotel INNdependence. „Wir als Sozialunternehmen waren natürlich sofort bereit, das Anliegen zu unterstützen, als die Anfrage vom Land kam“, erklärt Jörg Greis, Geschäftsführer der gpe. Für aufkommende Reiniungsarbeiten könnten möglicherweise sogar Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden.

In einem Facebook-Post hatte der Arzt an die Landesregierung, Hotels und Pensionen appelliert, ihre Türen für Wohnungslose zu öffnen. Nachdem das Hotel wegen der Reisebeschränkung geschlossen wurde, öffnete es am vergangenen Freitag nun für vier neue Gäste seine Türen.

Neue Bewohner dankbar

Die neuen Bewohner, die alle mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, zeigten sich dankbar und erleichtert, als sie ihre neue Unterkunft bezogen, heißt es in der Pressemitteilung. Jeder von ihnen erhalte einen Paten, der sie beim Einkaufen und in anderen Alltagsdingen unterstützt. „Bei uns haben sich sehr viele Menschen gemeldet, die sich engagieren wollen“, berichtet Johanna Kerber, Sozialarbeiterin bei Armut und Gesundheit. „Das reicht von Studierenden bis hin zu Menschen, denen früher selbst vom Verein geholfen wurde.“

Im Laufe der nächsten Woche werden 25 weitere, bisher wohnungslose Gäste ihr Zimmer im Hotel beziehen, diesmal vermittelt durch die Stadt Mainz. (rk)

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