Wie sieht Mainz im Jahr 2030 aus?

Elf Jahre in die Zukunft - so weit blickten die OB-Kandidaten Michael Ebling, Tabea Rößner und Nino Haase beim IHK-Forum. Was sie sich für die Stadt wünschen.

Wie sieht Mainz im Jahr 2030 aus?

Die Zahl elf hat in Mainz eine ganz besondere Bedeutung. So verwunderte es nicht, dass sie auch beim IHK-Forum zur Oberbürgermeister-Wahl am Montagabend eine zentrale Rolle spielte. „Welche Vision haben Sie für das Jahr 2030? Was ist Mainz dann für eine Stadt?“, fragte Wirtschaftsjournalist und Moderator Gerhard Hohmann. Und Michael Ebling, Tabea Rößner und Nino Haase antworteten. Die Kandidaten Martin Malcherek (Linke) und Martin Ehrhardt (Die Partei) waren nicht eingeladen.

Michael Ebling (SPD)

„Mainz ist 2030 eine starke Stadt, die Wissenschaft, Technik und Digitales bündelt. Die Stadt behält ihr besonderes Profil im Rhein-Main-Gebiet, indem sie auf Life Science und Biotechnologie setzt. Ich kann mir außerdem vorstellen, dass Mainz gemeinsam mit Wiesbaden einen strategischen Gegenpol zu Frankfurt bildet. Mainz wächst bis 2030 stetig, darauf müssen wir mit mehr Wohnraum reagieren. Und Mainz wird ein verändertes Verhältnis zum Umland haben. Das perfekte Rathaus wird es übrigens trotz Sanierung nicht geben, aber es wird digital sein. In elf Jahren hat Mainz auch immer noch nicht seinen Charakter verloren: lebensfroh, zuversichtlich und mit großem Zusammenhalt.“

Tabea Rößner (Grüne)

„Mainz ist 2030 eine Fahrradstadt. Schon heute machen Radfahrer über 20 Prozent des Verkehrs aus. Pedelecs und Lastenfahrräder werden immer attraktiver. 2030 haben wir breitere Radwege. Und es gibt Schnellradwege ins Umland. Außerdem machen wir die Mobilität insgesamt intelligenter, gerade auch den öffentlichen Personennahverkehr. Wer zum Beispiel nach Gonsenheim will, muss in elf Jahren nicht mehr über den Hauptbahnhof fahren und dann zwanzig Minuten in der Straßenbahn sitzen. Durch Querverbindungen schafft man es auch in zehn Minuten. Mainz ist außerdem eine digitale Stadt. Und wir haben 2030 die Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt eingereicht.“

Nino Haase (parteilos)

„Ich glaube, Mainz muss sich vom klassischen Denken verabschieden und wieder eine unabhängige Stadt werden. Momentan ist sie zum Beispiel in Bezug auf das Gutenberg-Museum nicht handlungsfähig, wir müssen Land und Bund daher mehr ins Boot holen. Der Geld- und der Informationsfluss funktionieren hier nicht. 2030 wird Mainz ein neues Gutenberg-Museum haben, ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen. Dafür müssen wir mehr Sponsoren und mögliche Träger aufwecken sowie in die Bevölkerung reinhören. Mit einer sicheren Planung kommen da wir da gut voran.“

Gewählt wird am Sonntag, 27. Oktober, von 8 bis 18 Uhr. Eine mögliche Stichwahl findet am 10. November statt. (rk)

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