Diese legendären Mainzer Fastnachtskneipen gibt es nicht mehr

Der Höhepunkt der Mainzer Fastnacht steht bevor. Von der Weiberfastnacht bis Rosenmontagszug wird auf den Straßen und in den Lokalen gefeiert. Wir erinnern an beliebte Fastnachtskneipen, die es heute nicht mehr gibt.

Diese legendären Mainzer Fastnachtskneipen gibt es nicht mehr

Für viele Mainzer wird die Frage immer konkreter: Wo feiere ich in diesem Jahr Fastnacht? Während es die einen auf die Straße zieht, feiern andere lieber im Warmen – oder machen beides. Gerade die Mainzer Altstadtkneipen verwandeln sich von Weiberfastnacht bis Rosenmontag in Feierlokale. Doch manche legendäre Fastnachtskneipe hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten geschlossen. Wir erinnern an frühere Kneipen, die es heute nicht mehr gibt.

Flehlappe

Fastnachter und Mainz-05-Fans gehörten zu den Stammkunden im Weinhaus Quintin „Flehlappe“ in der Kleinen Quintinsstraße. Als eine der wenigen Kneipen in Mainz richtete der Flehlappe eigene Fastnachtssitzungen aus. Das Gasthaus selbst hatte sogar eine jahrhundertelange Tradition. Ende 2016 schloss Chef Achim Mans das Lokal nach zehn Jahren. Zunächst war offen, wie es mit der Kneipe weitergeht, doch einen regulären Gastro-Betrieb gibt es seit dem Aus nicht mehr. Im Oktober 2018 wurde bekanntgegeben, dass die ehemalige Kneipe in den Pflegebetrieb des benachbarten Altenheims integriert wird.

Schillerklause

Die „Schillerklause“ von Kultwirtin Ulli war vor allem an Fastnacht ein beliebter Treffpunkt. Wenn am Schillerplatz Tausende Narren feierten, platzte das kleine Lokal aus allen Nähten. Doch Ende März 2019 kam das Aus für die Kneipe. Aus privaten Gründen habe Ulli die Kneipe geschlossen, sagte ihr Nachfolger gegenüber Merkurist. Auf die „Schillerklause“ folgte im Sommer 2019 die Bierbar „Oro Negro“, die aber in eine andere Richtung geht – „offener, moderner, familienfreundlicher“.

Viva Moguntia

Das Konzept des „Viva Moguntia“ in der Kartäuserstraße war in Mainz einzigartig: Die Gäste zapften an den Tischen ihr Bier selbst. Jeder Tisch hatte dabei ein bestimmtes Länderbier, sei es Schmucker für Hessen oder Bitburger für Rheinland-Pfalz. Am Ende des Abends wurde ausgewertet, welcher Tisch am meisten gezapft hatte. Auch an Fastnacht war das Lokal immer voll. Am Ende hatte das Viva Moguntia allerdings Ärger mit dem Ordnungsamt. Am 30. Juni 2019 öffnete es zum letzten Mal. Vier Jahre später, im Sommer 2023 eröffnete der Nachfolger „Zum Bangert“, 2024 dann die Bar „Immerwieder“, die aktuell aber auch geschlossen ist.

L’Arcade

Mehr als 30 Jahre lang gab es das L’Arcade am Leichhof (vorher „Musta Kissa“). Die Fastnachtspartys in der Altstadt-Kneipe galten als legendär, zu den prominenten Gästen gehörten unter anderem Ex-Mainz-05-Trainer Jürgen Klopp und 05-Sportvorstand Christian Heidel.

17 Jahre lang war Dirk Zylla der Betreiber, am Fastnachtsdienstag 2017 hörte er auf. Zylla verkaufte das „L’Arcade“ an seine Betriebsleiterin, im August 2019 schloss die Kultkneipe. Seit 2020 befindet sich das „August“ in den Räumen. Auch hier wird von Altweiber bis Rosenmontag Fastnacht gefeiert.

Doctor Flotte

Uriges Ambiente, gutbürgerliche Küche und eine Hochburg in der Kneipenfastnacht: Das war „Doctor Flotte“. Günther Seifert eröffnete die Gaststätte Ende 1978, zwölf Jahre später übernahm seine Tochter Daniela. Im März 2016 kam das Aus – der Pachtvertrag wurde nicht verlängert. Nachfolger war zunächst das spanische Lokal „Don Pintxo“, es folgte das Restaurant „Bergschön“, mittlerweile befindet sich das „Lille Hus“ in den Räumen.

Daniela Seifert hatte noch vorübergehend in der Holzstraße das Lokal „Zum Römerschiff“ betrieben. Doch nach einem Jahr, im Mai 2017, war Schluss.

Novum

Am Ballplatz gab es bis vor acht Jahren noch das „Ballplatzcafé Novum“. Viele Jahre lang war es fester Bestandteil der Mainzer Kneipenszene. Auch die Fastnachtspartys in dem Lokal waren beliebt. An Fastnacht 2017 öffnete das „Novum“ zum letzten Mal. Noch im selben Jahr eröffnete der Nachfolger: „Wilma Wunder“, das es in Mainz auch am Markt gibt.

Lomo

Direkt nebenan gab es am Ballplatz das „Lomo“. Auch hier wurde von Altweiber bis Rosenmontag Fastnacht gefeiert. 2019 schloss das Lokal nach 17 Jahren. In den folgenden Jahren gab es abgesehen von der Corona-Pause immer mal wieder einzelne Partys an den Fastnachtstagen oder am 11.11. Seit vergangenem Jahr hat in den Räumen des ehemaligen „Lomo“ das Restaurant „Jonas“ eröffnet.

Weitere frühere Fastnachtskneipen

Legendäre Fastnachtspartys gab es unter anderem auch im „Bitsch-Keller“ in der Rochusstraße, im Lokal „Zum Gebirg“ in der Großen Weißgasse, im „Astoria Club“ in Gonsenheim, im „Bodega“ in der Holzstraße oder im „Gasthaus Specht“ in der Rotekopfgasse.