Erste Binnenschiffe können nicht mehr über den Rhein fahren

Die Pegel sind derzeit so niedrig, dass es für große Schiffe zu gefährlich wird, den Rhein weiter zu befahren.

Erste Binnenschiffe können nicht mehr über den Rhein fahren

Wegen des extrem niedrigen Pegelstands auf dem Rhein haben die ersten Binnenschiffunternehmen den Betrieb eingestellt. Aktuell steht der Pegel bei Mainz bei 1,30 Meter (15. August, 12 Uhr). Vor 20 Tagen lag er noch bei 1,70 Meter.

Entscheidend für die Schifffahrt ist der Pegel bei Kaub, denn hier liegt eine besondere Engstelle. Der Pegel, also der Abstand zwischen dem „Pegelnullpunkt“ und der Wasseroberfläche, beträgt am Montagmittag gerade einmal 31 Zentimeter. Damit kommt er nah an das Rekordniedrigwasser von 2018 heran. Da wurden 28 Zentimeter gemessen – allerdings erst am 22. Oktober.

Der Logistik-Dienstleister Contargo etwa teilt mit: „Unsere Schiffe können dann den Mittelrhein nicht mehr gefahrlos befahren und wir müssen unsere Binnenschifffahrt am Ober- und Mittelrhein aus Sicherheitsgründen weitgehend einstellen.“ Nun müssten die Container, sofern es die Kapazitäten zuließen, per Lkw transportiert werden.

Bis zu einem Wasserstand von etwa 30 bis 35 Zentimeter am Pegel Kaub könnten flachgehende Binnenschiffe die Mittel­rhein­strecke noch passieren, so Bastian Klein von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG). Bei etwa 30 Zentimeter Pegelstand komme „die Rhein­schiff­fahrt in diesem Bereich dann zum Erliegen“.

Und nennenswerte Niederschläge soll es erst Ende der Woche geben. „Da ist dann wieder mit einem Anstieg, jedoch keinem Ende der Niedrig­wasser­situation zu rechnen“, so Klein. Der Wasser­straßen­transport sei aktuell sehr teuer und ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr wirtschaftlich. Auch die Wasserstraßen- und Schiff­fahrts­verwaltung (WSV) des Bundes rechnet damit, dass das für diese Jahreszeit außer­gewöhnlich niedrige Niveau weiter andauern werde.

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