Gewerkschaft: „Dramatische Lage im Mainzer Gastgewerbe“

Beschäftige im Gastgewerbe würden unter geringen Kurzarbeitergeldern leiden

Gewerkschaft: „Dramatische Lage im Mainzer Gastgewerbe“

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) macht auf die wachsende Notlage der Beschäftigten in Mainzer Restaurants, Cafés und Hotels aufmerksam. Kurz vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch fordert sie in einer Mitteilung, dass ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1.200 Euro im Monat eingeführt wird.

„Im Unterschied zu anderen Branchen dauert der derzeitige Lockdown für die Gastronomie und Hotellerie immerhin schon seit Anfang November. Die Beschäftigten wissen nicht mehr, wie sie noch ihre Miete bezahlen sollen. Ihre letzten Reserven sind längst aufgebraucht. Und es könnten noch Monate vergehen, bis Hotels und Gaststätten wieder öffnen“, sagt Guido Noll, Geschäftsführer der NGG-Region Darmstadt und Mainz. Wegen ohnehin niedrigen Löhnen und fehlenden Trinkgeldern spitze sich die Lage der Beschäftigten dramatisch zu. „Ohne schnelle und unbürokratische Hilfe drohen den Menschen existenzielle Probleme“, betont Noll.

„Es muss auch genug Geld für die da sein, die jetzt jeden Cent zweimal umdrehen müssen.“ - Guido Noll, NGG

„Wenn die Politik Unternehmen mit enormen Steuermitteln unterstützt, um eine Pleitewelle zu verhindern, dann muss auch genug Geld für die da sein, die jetzt jeden Cent zweimal umdrehen müssen“, sagt Noll. Gerade in kleineren Pensionen und Gaststätten in der Region verdienten viele Beschäftigte kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Eine Kellnerin, die in Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet, kommt im ersten Bezugsmonat auf nur 728 Euro Kurzarbeitergeld, so die NGG. Selbst nach der Erhöhung auf 80 Prozent des Einkommens, wie sie nach sieben Monaten Kurzarbeit greift, blieben nur 971 Euro im Monat.

Die NGG geht davon aus, dass die Kurzarbeit aktuell erneut die Ausmaße des Lockdowns vom Frühjahr vergangenen Jahres angenommen hat. Damals meldeten 331 gastgewerbliche Betriebe in Mainz Kurzarbeit an – das sind 71 Prozent aller Betriebe der Branche in der Stadt. Zusammen mit ver.di hat die Gewerkschaft deshalb Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Koalitionsspitzen in einem offenen Brief aufgefordert, ein branchenübergreifendes Mindest-Kurzarbeitergeld in Höhe von 1.200 Euro pro Monat einzuführen. Am 11. Februar debattiert auch der Deutsche Bundestag über das Thema. Außerdem haben ver.di und die NGG eine Online-Petition zum Mindest-Kurzarbeitergeld gestartet.

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