„Betrieben droht das Aus“: Gewerkschaft fordert Öffnung von Hotels und Gaststätten

Hotels und Gastronomien bräuchten jetzt Perspektiven

„Betrieben droht das Aus“: Gewerkschaft fordert Öffnung von Hotels und Gaststätten

Eine Öffnungsperspektive für das Gastgewerbe mit einheitlichen Auflagen und Hygienekonzepten - das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Die Politik soll außerdem ein Mindestkurzarbeitergeld von 1200 Euro im Monat beschließen, so die Gewerkschaft in einer Mitteilung.

„Wenn die Politik jetzt keine Öffnungsperspektive bietet, droht vielen Betrieben das Aus und den Beschäftigten Arbeitslosigkeit.“ - Guido Noll, NGG

„Hotels, Pensionen, Restaurants und Kneipen sind schon seit Anfang November geschlossen. Wenn die Politik jetzt keine Öffnungsperspektive bietet, droht vielen Betrieben das Aus und den Beschäftigten Arbeitslosigkeit“, betont Guido Noll, Geschäftsführer der NGG-Region Darmstadt und Mainz. Entscheidend seien dabei einheitliche Auflagen und detaillierte Hygienekonzepte in den Betrieben. Der Hotel- oder Restaurantbesuch dürfe unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden. „Die Beschäftigen haben bereits im letzten Sommer gezeigt, dass sie geeignete Hygienekonzepte optimal umsetzen können, um sich zu schützen und den Gästen ein sicheres Restauranterlebnis zu ermöglichen“, so die NGG.

Viele Hotels und Gaststätten könnten jetzt auf bewährte Maßnahmen zurückgreifen, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Die Betriebe müssten neben den Gästen auch das Personal bestmöglich schützen. Dazu gehörten unter anderem kostenlose FFP2-Masken für Beschäftigte und die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitszeiten.

Kurzarbeitergeld erhöhen

Außerdem sieht die Gewerkschaft die Politik in der Pflicht, die Einkommenseinbußen der Beschäftigten in Kurzarbeit auszugleichen. „Wer das Gastgewerbe über viele Monate schließt, muss auch die Folgen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedenken. Wir brauchen dringend ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro im Monat“, so Noll. Selbst wenn Hotels und Gaststätten schrittweise wieder öffnen dürften, sei ein Großteil der Beschäftigten noch monatelang auf das Kurzarbeitergeld angewiesen. Ohne eine Aufstockung kämen die Menschen damit aber nicht länger über die Runden.

„Das Gastgewerbe erlebt eine historisch einmalige Krise.“ - Guido Noll

Die Corona-Krise hat für einen sehr hohen Einbruch im Tourismus gesorgt. Rheinhessen haben im vergangenen Jahr nur noch rund 535.000 Gäste besucht – und damit etwa halb so viele wie im Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen sank laut des statistischen Bundesamts um 42 Prozent auf 999.000. „Das Gastgewerbe erlebt eine historisch einmalige Krise, die auch die Beschäftigten mit voller Wucht trifft. Jetzt müssen Bund und Länder endlich einen Plan vorlegen, wie es im März weitergehen soll“, so Guido Noll von der NGG dazu. Am 3. März verhandeln Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über Lockerungen der aktuellen Corona-Maßnahmen. Allein in Mainz beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe laut Arbeitsagentur rund 5400 Menschen in 470 Betrieben.

Auch DEHOGA fordert Öffnungsperspektive

Erst am Mittwoch hatten Gastronomen und Hoteliers - unterstützt von der Gewerkschaft DEHOGA - vor dem Mainzer Staatstheater für Öffnungen demonstriert. Dabei bekamen sie unter anderem Unterstützung von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und dem Oppositionsführer Christian Baldauf (CDU). Mehr dazu erfahrt ihr hier:

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