Ein kurioses Eigentor, ein umkämpftes Unentschieden gegen Hoffenheim – und doch sprachen nach dem Heimspiel von Mainz 05 am Freitagabend die meisten über Dominik Kohr. Denn der defensive Mittelfeldspieler der Mainzer stellte mit seinem neunten Platzverweis einen neuen Bundesliga-Rekord auf.
Doch nicht nur der Rekord war Thema, sondern auch das brutale Foul in der 88. Minute, das zu dem Platzverweis geführt hatte. „Kohr ‘tritt’ die Mainzer Werte mit Füßen. Warum lässt der FSV es zu, dass ein Mitarbeiter das gute Image so versaut?“, findet Merkurist-Leser Lorenz. Auch viele Medien und User in den sozialen Medien äußern sich kritisch. Die „Bild“ bezeichnete ihn als „Mainz-Rambo“.
„Lange kein so hartes Foul mehr gesehen“
Kohrs Mitspieler Nadiem Amiri beurteilte das Foul als „ganz klare Rote Karte“, als er im Sky-Interview auf die Szene angesprochen wurde. „Gott sei Dank“ sei der gefoulte Max Moerstedt gesund geblieben. Hoffenheims Trainer Christian Ilzer habe schon „lange kein so hartes Foul mehr gesehen“. Zuletzt hatte Stuttgarts Deniz Undav nach dem Duell im DFB-Pokal Ende Oktober kritisiert, Kohr sei „bekannt dafür, Leute zu verletzen, deswegen sollte er irgendwann auch mal bestraft werden“.
Mitspieler Danny da Costa stellte sich nachdem Spiel am Freitagabend vor Kohr. „Der Treffer ist ohne Frage sehr übel. Ich kenne Dome, er ist ein guter Mensch“, so der Torschütze zum 1:1. „Er versucht mit dem langen Schritt noch den Pass zu blocken und kommt in dem Moment zu spät. Ich bin froh, dass sich der Gegenspieler nicht verletzt hat. Es war nicht sein erster Platzverweis. Aber da war nichts dabei, was mit böswilliger Absicht passiert ist.“