So sieht das ehemalige Hildegardis-Krankenhaus jetzt aus

Nach vier Jahren Bauzeit sind fast alle Wohnungen im Hildegardis-Areal bezogen. Mit Hilfe von Wärmepumpen werden die Wohnungen vollständig mit Erdwärme oder Fernwärme geheizt.

So sieht das ehemalige Hildegardis-Krankenhaus jetzt aus

Das Hildegardis-Krankenhaus war ein Geburtsort für viele Mainzer. Jetzt wurden dort und im Umfeld des historischen Baus 442 neue Wohnungen fertiggestellt. Sechs Jahre nach dem Kauf des Areals und nach nur vier Jahren Bauzeit sind die Gebäude bei den Römersteinen fast vollständig vermietet. Eine für Mainzer Wohnbauprojekte untypisch hohe Geschwindigkeit, versichern Projektleiter und Bauleiter.

Ohne einen neuen Bebauungsplan wurde die Planung und Durchführung der sieben Neu- und Altbauten sowie der Kita stark beschleunigt. Ein Beispiel das Bauunternehmer und Molitor-Geschäftsführer Tim Gemünden gerne auch an anderer Stelle anwenden würde: „Letztlich hilft es niemandem, ewig Zeit mit einem Bebauungsplan zu verbraten. Am Schützenhaus in Mainz sind wir seit sieben Jahren dran und wir haben immer noch kein Baurecht.“ Er rechnet vor, wie sich in den sieben Jahren allein durch die Grundstückskosten und Zinsen die spätere Monatsmiete um rund sechs Euro erhöht.

Das besondere am neuen Hildegardis-Wohnviertel ist nicht nur die schnelle Fertigstellung, sondern auch die hochmoderne Infrastruktur. Bis zu 150 Meter tief liegen die 34 Erdwärmesonden. Mit Hilfe von Wärmepumpen werden die Wohnungen so vollständig mit Erdwärme und in Kombination mit Fernwärme der Mainzer Stadtwerke geheizt. Im Vergleich zur vielverbreiteten Luft-Wärmepumpe, können die Erd- und Wasser-Wärmepumpen auch kühlen. „Wärme die im Sommer reingefahren wird ins Erdreich, wird im Winter wieder entzogen. Es ist eine Nullrechnung“, erklärt Gemünden in einer der Heizungszentralen.

Der Kellerraum in der großen Tiefgarage ist voll mit gedämmten Rohren, Pumpen und Sensoren. Mit ihnen wird das System ständig überwacht und immer wieder optimiert. Mit einer App können Bewohner ihren Verbrauch selbst nachvollziehen und anpassen. „Das weckt bei manchen den Spieltrieb“, sagt Elmar Limley, Manager des Immobilienankaufs bei der Industria Wohnen GmbH, der dort für fünf der Gebäude zuständig ist. „Es macht Spaß zuzusehen, wie angetan die Mieter sind.“ Mit dem Monitoring können so bis zu 20 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden. Die präzise Überwachung und Steuerung ist aus vielen engen Kooperationen mit der Hochschule Mainz entstanden.

Am besten würde die Haustechnik in Kombination mit einer Solaranlage auf den Dächern funktionieren. „Leider sind die bürokratischen Hürden so hoch, dass es absolut unwirtschaftlich wäre. Die gesetzlichen Bedingungen auf Bundesebene für das was technisch sinnvoll ist, sind schlecht“, sagte Tim Gemünden. Denn die Firma müsste dann Vollversorger aller Mieter werden, die durch dieses System nicht ausreichend vor willkürlichen Kosten geschützt wären. Am liebsten hätten die Planer eine Caipirinha-Bar auf das Dach gesetzt. Eine Reihe von Gründen, unter anderem der Lärmschutz, ließen diese Idee jedoch früh ausscheiden.

Für sechs der acht Häuser zahlte die Immobilienfirma Industria rund 163 Millionen Euro. Ausgenommen sind die beiden neuen Wohnhäuser in der Nähe der Römersteine. Eins davon, in direkter Nachbarschaft zum historischen Altbau, besitzt zwei Stockwerke aus Holz und hebt sich durch seine kantigen Konturen vom Rest der Gebäude ab. Neben dem historischen Hildegardisheim aus dem Jahr 1911 ist außerdem eine Kita fertig geworden. Nur der Einzug steht hier noch aus.

Der Quadratmeter-Preis für eine Mietwohnung bewegt sich zwischen 14,50 Euro und 16 Euro. Ein Viertel der Wohnungen sind jedoch gefördert. Hier kostet der Quadratmeter 6,40 Euro bis maximal 7,25 Euro.

Informationen zu den Wohnungen findet ihr hier.

Logo