Mainzer Kulturbäckerei eröffnet: Erste Einblicke

In der Mainzer Neustadt ist am Wochenende die Kulturbäckerei eröffnet worden. Beim Rundgang fällt auf, wie unterschiedlich die Räume des neuen Kulturzentrums gestaltet sind.

Mainzer Kulturbäckerei eröffnet: Erste Einblicke

Es riecht noch neu in der Kulturbäckerei. Helle Wände, neue Holzfußböden und viele Fenster gibt es in den Räumen der ehemaligen Kommissbrotbäckerei an der Rheinallee. Die schlichten und offenen Flächen erinnern zugleich an Fabrikhallen und ein frisch eingerichtetes Atelier.

Mit der Eröffnung am Freitag nimmt ein neues Zentrum für Kunst, Kultur und Begegnung in der Mainzer Neustadt den Betrieb auf. Auch der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) war bei den Feierlichkeiten dabei. Nach jahrelanger Planung sollen die Räume künftig von Kulturschaffenden, Vereinen und Initiativen genutzt werden.

1400 Quadratmeter Platz für Kreativität

Beim Rundgang fällt vor allem auf, wie viel Platz die Räumlichkeiten bieten. Auf drei Etagen stehen mehr als 20 Räume unterschiedlicher Größe auf insgesamt mehr als 1400 Quadratmetern für kreatives Schaffen zur Verfügung. Durch viele Fenster fällt Tageslicht auf die Holzböden. Die hellen Wände, hohen Decken und die zurückhaltende Einrichtung lassen die Flächen offen wirken. In einigen Räumen stehen bereits Tische und Stühle, andere sind weitgehend leer und können noch frei gestaltet werden.

Außer den großen, offenen Räumen gibt es auch kleinere Zimmer, die sich für Treffen in überschaubarer Runde oder konzentriertes Arbeiten eignen. Außerdem ist unterschiedliche technische Ausstattung vorhanden: Im Kreativraum für Musik gibt es zum Beispiel besonders guten Klang, in der Studiobühne Platz für Bühnenlicht oder in der Galerie Schienen für Ausstellungen.

Von Studiobühne bis Teeküche

Ideen dafür, wie die Nutzung der Räume aussehen könnte, gab es bereits bei der Eröffnung. Scheinwerfer sind an der Decke montiert, eine Bühne und Instrumente aufgebaut. Hier können künftig Konzerte, Theateraufführungen und Performances stattfinden.

Andere Räume wirken eher wie kleine Probe- oder Seminarräume. An großen Tischen lernen Workshop-Teilnehmende gemeinsam die Glagoljica, eine historische kroatische Schrift, oder erstellen Collagen aus bunten Schnipsel und alten Büchern. Ein paar Türen weiter probieren sich Besuchende am Salsa-Tanz oder beobachten, wie digitales Licht-Graffiti entsteht. In einem der Flure ist ein Buffet aufgebaut.

Einige Räume werden dauerhaft von Kulturakteuren wie dem LiteraturBüro Mainz e.V. oder dem Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Rheinland-Pfalz im Bundesverband e.V. genutzt, andere sollen flexibel für Projekte und Veranstaltungen zur Verfügung stehen und können gemietet werden.

Ein neuer Treffpunkt in der Neustadt

Die Kulturbäckerei versteht sich als offener Ort für die freie Kunst- und Kulturszene und die Mainzer Stadtgesellschaft. Hier sollen Menschen Veranstaltungen besuchen, selbst Ideen entwickeln, kreativ werden und miteinander ins Gespräch kommen.

Die Eröffnung vom 23. bis 25. Oktober beinhaltete mehr als 50 Programmpunkte. Konzerte, Theater, Tanz, Performances, Ausstellungen und Workshops gaben einen ersten Eindruck davon, was in den Räumen künftig möglich sein soll.

Das Gebäude selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück: Die ehemalige Kommissbrotbäckerei wurde 1902 als Garnisonsbäckerei errichtet. Nun bekommt es eine neue Aufgabe. Die frisch renovierten Räumen sollen ein Kulturort werden, der Mainz langfristig bereichert.

Informationen zum Programm und der Nutzung der Räume gibt es auf der Website der Kulturbäckerei.