Das ändert sich 2019 in Mainz

Zum neuen Jahr gibt es traditionell viele Gesetzesänderungen in Deutschland. In diesem Jahr geht es vor allem um Steuern, Pflege, Umwelt- und Verbraucherschutz. Ein Überblick.

Das ändert sich 2019 in Mainz

Mit dem neuen Jahr ändert sich nicht nur die Zahl beim Datum, sondern auch einige Gesetze werden neu aufgelegt oder beschlossen. Es geht um Steuern, Onlinebanking, Pflege, Getränkepfand und Versicherungen. Hier ein kleiner Überblick, was 2019 auf Euch zukommt und an was Ihr denken müsst.

Mehr Geld

Der Beitrag für Angestellte zur Arbeitslosenversicherung sinkt 2019 von 3 auf 2,5 Prozent des Einkommens. Dafür steigt der Anteil für die Pflegeversicherung um 0,5 Prozent auf 3,05 Prozent. Dieser Anteil wird aber genau zwischen Arbeitgeber und -nehmer aufgeteilt. Auch der Kinderlosenzuschlag bei der Sozialversicherung von 0,25 Prozent wird aufgeteilt. Für die Arbeitnehmer gibt es weitere gute Entwicklungen: Der Mindestlohn, das Kindergeld und der Unterhalt für Trennungskinder steigen. Der Mindestlohn liegt 2019 bei 9,19 Euro, das Kindergeld wird Mitte des Jahres um 10 Euro erhöht und der Unterhalt steigt zwischen 5 und 9 Euro, je nach Alter des Kindes.

Auch Sozialhilfe und Arbeitslosengeld steigen 2019. Der Hartz IV-Regelsatz wird um 8 Euro auf 424 Euro angehoben. Die Renten steigen in Westdeutschland um circa 3,18 Prozent, im Osten um 3,91 Prozent. Noch immer sind die Bezüge im Alter in Ost und West nicht angeglichen. Nach der Erhöhung bekommen ostdeutsche Rentner 3,5 Prozent weniger Rente.

Einkommen aus dem Beruf

Die Einkommensgrenzen für die Steuersätze steigen angepasst an die Inflation. Im neuen Jahr werden die Grenzen um 1,84 Prozent angehoben. Der Grundfreibetrag für Singles steigt um 168 Euro auf 9168 Euro pro Jahr, Verheirateten stehen 18.336 Euro zu, ohne dass sie Steuern abgeben müssen, 336 Euro mehr als bisher. Auch der steuerfreie Unterhalt für nahe Angehörige und der Kinderfreibetrag werden angepasst. Um diese Freibeträge geltend machen zu können, empfiehlt sich eine Steuererklärung. Bisher musste sie bis zum 31. Mai abgegeben werden, ab diesem Jahr haben Menschen, die sie selbst erstellen zwei Monate mehr Zeit. Jobtickets, betriebliche Fahrräder und Elektroautos müssen zukünftig nicht mehr angegeben werden, sie sind ab 2019 steuerfrei. Ab dann gibt es auch ein Gesetz, dass in Teilzeit arbeitenden Menschen die Möglichkeit schafft, wieder aufzustocken. Bis zu fünf Jahre können Arbeitnehmer, die in einem Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern beschäftigt sind, in Teilzeit arbeiten und dann wieder aufstocken.

Versicherungen

Wer 2019 eine Versicherung abschließen möchte, muss von dem Versicherungsvertreter detaillierte Informationen bekommen, was von der Police abgedeckt ist und was nicht. Die Informationen müssen auf drei Seiten zusammengefasst und in einer klaren Sprache formuliert sein. Im September ist das Ende der ausgedruckten TAN-Liste für Online-Überweisungen angekündigt. Die Banken hatten seit 2017 Zeit das Verfahren umzustellen. Und auch beim Telefonieren gibt es Änderungen. Wenn vom Ausland aus auf dem heimischen Festnetz angerufen wird, werden bisher vonseiten des Anbieters hohe Gebühren verlangt. Dies soll ein Ende haben. Eine Gesprächsminute soll nur noch höchstens 19 Cent kosten.

Pflege

Am 1. Januar tritt das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz in Kraft. Es sollen tausende Stellen in dem Berufszweig geschaffen und die Konditionen für die Arbeitnehmer verbessert werden. Auch für die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen gibt es Verbesserungen. So wird es ein Anrecht darauf geben, im Falle einer Kur für den Pflegenden, dass auch der Angehörige mit Pflegestufe mit zur Kur fahren darf. Auch können pflegende Angehörige im kommenden Jahr leichter in Teilzeit gehen.

Umwelt

Wer am 2. Januar das erste Mal im neuen Jahr in den Supermarkt geht, der wird eine Änderung bei den Getränken feststellen. Verkäufer müssen gut sichtbar Hinweise anbringen, ob Einweg- oder Mehrwegflaschen in den Regalen stehen. Damit soll etwas gegen den Plastikmüll getan werden. Auch die Automobilindustrie wird vom Gesetzgeber stärker zur Verantwortung gezogen. Die Abgastests müssen ab 2019 auch unter Realbedingungen, das heißt auf der Straße durchgeführt werden. Auch die Dieselfahrverbote stehen für 2019 noch aus.

(lo)

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