Wie wird das Hightech-Klo am Münsterplatz angenommen?

Seit rund einem Monat können sich Mainzer am Münsterplatz an ein besonderes „stilles Örtchen“ zurückziehen. Das neue Toilettenhäuschen ist modern ausgestattet - automatische Reinigung inklusive. Was sagen die Mainzer zum neuen Klo?

Wie wird das Hightech-Klo am Münsterplatz angenommen?

Ein Klo sorgt für Aufsehen in Mainz: Das neue Toilettenhäuschen am Münsterplatz fällt nicht nur durch seine spiegelnde Fassade auf, die je nach Licht die Farbe verändert. Sondern auch durch seine moderne, technische Ausstattung - Merkurist-Leser Alfred bezeichnet es in einem Snip als „Hightech-Klo“. Und fragt nach ersten Erfahrungsberichten über die Wundertoilette.

Sie ist seit Ende April für die Öffentlichkeit zugänglich, 50 Cent kostet ein Toilettengang. Eine „Sitzung“ darf hier allerdings nicht ewig gehen: Nach 15 Minuten öffnet sich die Verriegelung automatisch wieder, damit niemand das Klo stundenlang blockiert. Außer der behindertengerechten Toilette gibt es in dem Häuschen noch ein Pinkelbecken, einen aufklappbaren Wickeltisch und ein Waschbecken mit Handtrockner.

Das Besondere: „Nach zehn Benutzungen reinigt sich die Toilette selbst“, sagt Christian Schulze, Pressesprecher des Wirtschaftsbetriebs Mainz. Über eingebaute Spritzdüsen werde dann der Boden automatisch sauber gemacht. Die Klobrille selbst reinige sich nach jeder Benutzung. Doch welche Erfahrungen haben die Mainzer bisher mit der modernen Toilette gemacht?

Was sagen die Mainzer?

Merkurist-Leser Marco hat die Toilette bereits ausprobiert. Sein Fazit: Modern und sauber, allerdings vermisst er einen Abfalleimer. Außerdem bemängelt er, dass es kein Rückgeld gibt, wenn man nicht passend 50 Cent einwirft. Leser Thorsten schreibt mit einem Augenzwinkern, dass die Toilette nicht nur für das „kleine Geschäft“ ausgezeichnet geeignet ist:

Als Merkurist aber am Freitag das Klohäuschen begutachtet, sieht es sauber und ordentlich aus. „Ich wusste anfangs gar nicht, dass das eine Toilettenhaus sein soll“, sagt ein Passant. Er finde sie recht modern, würde die Toilette aber generell nicht benutzen. Deniz Gündüz, Inhaber des Goldhändler-Geschäfts „Gold Börse“ gegenüber des Münsterplatzes, stört das Häuschen eher: „Optisch ist es überhaupt nicht schön und es passt nicht in die Gegend“, sagt er zum modernen Auftritt der öffentlichen Toilette.

Nicht jeder Benutzer findet das Klo ordentlich vor: Auf Facebook schreibt ein User unter einem entsprechenden Foto, dass die Mainzer das Klo bereits eingeweiht hätten - und zwar mit Müll auf dem Boden.

„Rund zweihundert Menschen benutzen die Toilette pro Woche.“ - Christian Schulze

Die Spritzdüsen, die die Toilette automatisch reinigen, säubern zwar den Boden von Dreck und Flüssigkeiten. Allerdings können sie keinen Müll automatisch entfernen. Trotzdem sei es bisher zu keinen großen Problemen gekommen. „Über größere Verschmutzungen ist uns nichts bekannt“, sagt Christian Schulze vom Wirtschaftsbetrieb. Das neue Klo werde von den Mainzern angenommen: „Rund zweihundert Menschen benutzen es derzeit pro Woche.“

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