Nach Ärger um Falschparker: Stadt richtet Radweg in der Großen Bleiche ein

In der Großen Bleiche haben Falschparker auf einem gesperrten Fahrstreifen wochenlang für Ärger gesorgt. Verwarnungen mussten die Verkehrsteilnehmer kaum fürchten. Nun hat die Stadt agiert: Statt parkenden Autos haben hier nun Radfahrer freie Fahrt.

Nach Ärger um Falschparker: Stadt richtet Radweg in der Großen Bleiche ein

Die Baustelle in der Binger Straße zieht zahlreiche Einschränkungen nach sich. Nicht nur Staus und Umleitungen sorgen für Ärger. Anwohner und Passanten kritisierten zuletzt vor allem die Falschparker auf dem gesperrten Fahrstreifen in der Großen Bleiche. Immer wieder nutzten Autofahrer die Spur an der Kreuzung beim Münsterplatz zum Parken. Laut Merkurist-Kommentaren handelte es sich häufig um Kunden und Lieferfahrer umliegender Geschäfte.

Doch warum griff die Stadt nicht ein? Wie die Pressestelle auf Merkurist-Anfrage mitteilt, konnte der abgesperrte Bereich bislang nicht in die Kontrollen im Bleichenviertel einbezogen werden. Grund dafür war die Beschilderung und Verkehrsführung, die nach Angaben der Stadt keine rechtssichere Überwachung zuließ. Somit konnten auch keine regulären Verwarnungen ausgesprochen werden.

Teil der Spur nun für Radfahrer freigegeben

Die rechte Fahrbahn für Geradeausfahrer ist nach wie vor für Autos gesperrt. Inzwischen hat die Stadt jedoch eine Lösung umgesetzt: Ein Teil der Spur ist nun für Radfahrer freigegeben. Dazu wurde der Fahrstreifen durch Absperrschranken klar von der restlichen Straße abgegrenzt. Straßenmarkierungen und Halteverbotsschilder sollen zusätzlich für Sicherheit sorgen. Dadurch haben nicht nur Radfahrer mehr Platz, sondern auch Fußgänger auf dem angrenzenden Bürgersteig.

Autofahrer haben nun keine Möglichkeit mehr, auf dem eingerichteten Radweg zu parken. Doch wie sieht es mit dem anderen Teil der gesperrten Fahrbahn aus? Dieser dient nun provisorisch als Busspur. Auch hier gilt ein Parkverbot.

Im Gegensatz zur bisherigen Situation will die Stadt dort gegen mögliche Parksünder konsequent vorgehen. „Die Verkehrsüberwachung ist ab sofort dort wieder normal im Einsatz und würde eventuelle Vergehen ahnden“, heißt es.

Wie lange der Fahrstreifen noch gesperrt bleibt, ist unklar. Dazu könne man derzeit „keine seriöse Aussage treffen“, so die Stadt. Die Bauarbeiten in der Binger Straße sollten eigentlich im April abgeschlossen sein – verzögern sich jedoch.

Wird es bald mehr Parkplätze im Zentrum geben?

Während Anwohner die bislang fehlenden Kontrollen an diesem Knotenpunkt zuletzt beklagten, wird im üblichen Bleichenviertel mehrmals pro Woche zu unterschiedlichen Zeiten kontrolliert. Allein in diesem Jahr wurden dort 2280 Verwarnungen bei 79 Kontrollen ausgestellt – ein Wert, den die Stadt als durchschnittlich einordnet.

Um die Parksituation insgesamt zu verbessern, setzt die Stadt auf eine Kombination aus Parkraumbewirtschaftung und ergänzenden Angeboten. Ziel sei es, den vorhandenen Raum effizienter zu nutzen und so gleichzeitig den Parksuchverkehr zu verringern. Dazu gehört unter anderem das Angebot „Park@Night“, das vergünstigtes Parken in Parkhäusern in den Abend- und Nachtstunden ermöglicht.

Zusätzliche Parkplätze im Zentrum sind hingegen nicht geplant. Der Grund: „Der öffentliche Raum ist begrenzt und muss von vielen Nutzungen gemeinsam getragen werden. Eine Ausweitung günstiger Stellplätze würde diese Nutzungskonflikte weiter verschärfen“, heißt es von der Stadt. Allerdings stehe die Verwaltung zurzeit im Austausch mit Anbietern von Konzepten zur Nutzung von Supermarktstellplätzen, die für Anwohner außerhalb der Öffnungszeiten zur Verfügung gestellt werden könnten.

Den knappen Raum in der Innenstadt sinnvoll nutzen – so lautete offenbar auch das Ziel für den gesperrten Fahrstreifen in der Großen Bleiche.