Slow Fashion für die Mainzer Altstadt

Neueröffnung in der Altstadt: Der Shop "jas. SlowFashion" bietet lokale, individuelle und nachhaltige Mode aus eigener Herstellung. Ausgesuchte Fremdlabels, Niersteiner Wein und Mainzer Bier runden das Angebot ab.

Slow Fashion für die Mainzer Altstadt

Wohin man blickt dominieren Schwarz, Weiß und Grau; dabei findet man hier alles Andere als langweiligen Einheitsbrei: Der neu eröffnete Laden „jas. SlowFashion“ in der Rochusstraße bietet von T-Shirts über Hosen, Jacken und Kleidern bis hin zu Unterwäsche, Schmuck und sogar Wein und Bier alles, was das weibliche oder männliche Slow Movement-Herz begehrt. „Was uns von anderen Labels unterscheidet, ist, dass wir nur Grundfarben haben, also nicht so bunt sind. Wir arbeiten dann mit Upcycling-Stoffen, die ein bisschen Farbe reinbringen“, so Judith Drewke.

Und was genau bedeutet „Slow Fashion“?

Die Gründerinnen Judith Drewke und Saskia Rudolph wollen „weg von dem gängigen Kollektionsgedanken, dass man mehrere Kollektionen in einem Jahr machen muss. Unsere Stücke sind minimalistisch und so lange tragbar, auch über Jahre hinweg.“ Dabei setzen die beiden Frauen auf hochwertige Stoffe und nachhaltige Verarbeitung. Auch Individualität spielt eine entscheidende Rolle: Im Shop darf man selbst kreativ werden, indem man sich aus Grundschnitten mit verschiedenen Applikationen und Upcycling-Stoffen eigene Kleidungsstücke zusammenstellt. „Und das klappt eigentlich ganz gut, wenn man eine schöne Atmosphäre schafft, sodass die Leute sich wohlfühlen.“

„Es gibt auch Stücke, die zeitlos sind und die immer getragen werden können.“ - Judith Drewke

Für Judith ist „Der Kern des Slow Fashion-Gedanken: Es muss nicht immer etwas Neues erfunden werden, es gibt auch Stücke, die zeitlos sind und die immer getragen werden können.“ Zusätzlich zu den eigenen Kleidungsstücken, die direkt im angrenzenden Atelier gefertigt werden, haben die beiden auch andere Marken im Angebot - „natürlich auch alles nachhaltige Labels, die in Europa fertigen.“

„Der Laden kam zu uns.“ - Judith Drewke

Im Jahre 2014 suchten und fanden sich die beiden Modebegeisterten ganz pragmatisch über eine Kontaktanzeige - beide hatten unabhängig voneinander „die Idee, was mit nachhaltiger, individueller Mode zu machen“. Bereits vor der Eröffnung verkauften sie regelmäßig auf Märkten und veranstalteten Verkaufspartys. Die Gelegenheit für einen eigenen Shop ergab sich dann fast von allein: „Der Laden kam zu uns“, so Judith. „Wir haben entdeckt, dass er leersteht. Und dann haben wir zugeschlagen, obwohl wir es jetzt nicht wirklich forciert haben, aber dann hat es einfach gepasst.“ So verwirklichten sie die Idee vom eigenen Geschäft schneller als ursprünglich geplant. Die Entscheidung für Mainz als Standort fiel den beiden nicht schwer; Judith lebt in Mainz, Saskia in Wiesbaden. Die Tatsache, dass Mainz eine lebendige Studentenstadt ist, die sich rasend schnell entwickelt, spricht für sich. Nach dem hippen Standort Mainz Neustadt ziehen jetzt auch immer mehr junge Labels und Startups in die Altstadt.

Um konkurrenzfähig zu sein, setzen Judith und Saskia auf gegenseitige Befruchtung in der lokalen Szene: „In Mainz und Wiesbaden sind wir unter den Startups ziemlich gut vernetzt, haben auch schon mit anderen Unternehmen gearbeitet, wie zum Beispiel dem Möhrenmilieu oder der Bar jeder Sicht, sodass wir darauf auch zurückgreifen können.“ Vor der Eröffnung haben die beiden in der Nachbarschaft Marktforschung betrieben und die Werbetrommel gerührt: „Wir haben unsere Kleidung auch schon in Mainzer Läden verkauft, wie beispielsweise Klotz und Quer, um zu testen, wie es sich verkauft.“

Obgleich die versteckte Lage wohl nicht viel Laufkundschaft bringen wird, blickt Judith optimistisch in die Zukunft. „Da ich schon 6 Jahre in Mainz wohne weiß ich, dass die Leute, die sich auskennen, auch mal gerne in den versteckten Winkeln der Altstadt nach Schätzen suchen.“

Merkurist