Neue „Rheinhattan Bar“ steht in den Startlöchern

Nachdem Markus Schuler das „DejaVu“ 2019 schließen musste, will er in diesem Jahr eine neue Bar eröffnen. Seine „Rheinhattan Bar“ ist fast fertig - jetzt steht der Neueröffnung nur noch der Lockdown im Weg.

Neue „Rheinhattan Bar“ steht in den Startlöchern

Eigentlich wollte Markus Schuler die neue „Rheinhattan Bar“ in der Neutorstraße 8 schon vor über einem Jahr eröffnen - doch es kam anders. Erst machten ein Wasserschaden vom Vorgänger und damit verbundene Gutachten Ärger, jetzt steht ihm die Corona-Krise im Weg. Schuler, der zuvor jahrelang die mehrfach ausgezeichnete Bar „DejaVu“ in der Dagobertstraße betrieben hatte, bereitet jetzt aber trotzdem alles für die Eröffnung seiner neuen Bar vor.

„Alle Erlebnisse, die ich in den letzten Jahren hatte, fließen dort zusammen“, sagt der Barkeeper und Liquid Artist über die „Rheinhattan Bar“. „Das wird praktisch mein Meisterstück.“ Deshalb soll das Konzept auch „außergewöhnlich“ werden. So muss man klingeln, um hineingelassen zu werden. „Die Einrichtung orientiert sich am Stil der Old English Bars mit Jugendstil-Elementen und Chesterfield-Couches.“ Es wird auch einen Raucherraum geben, allerdings abgetrennt vom Gastraum und ohne Service, damit sich die Mitarbeiter nicht dem Zigarettenqualm aussetzen müssen. Gemeinsam mit seiner Frau hat Schuler für die Einrichtung besondere Stücke aus aller Welt gekauft. „Wir haben zum Beispiel eine Eismaschine aus Japan, die Eis schälen kann. Damit macht man einen original Daiquiri.“

„Beerdigungs-Cocktails wie Long Island Iced Tea wird man bei mir nicht mehr finden.“ - Markus Schuler

Auch die Drinks sollen „nicht von der Stange“ sein. „Beerdigungs-Cocktails wie Long Island Iced Tea wird man bei mir nicht mehr finden“, sagt Schuler. „ Ich möchte, dass die Leute einen schönen Abend haben.“ Seine Cocktails sind in verschiedene Rubriken eingeteilt. So stehen auf der 16 Seiten langen Cocktail-Karte neben den Klassikern auch Champagner-, Aperitif-, Liquid Arts-, Tiki- und alkoholfreie Cocktails. Die Säfte und Sirups stellt das Team ebenso selbst her, wie unter anderem den Gin und einen Wildbeerrum mit Finther Erdbeeren. Die Preise für einen Cocktail starten bei 7,50 Euro. Außerdem gehen Biere der Marken Jever, Radeberger, Guinness, Kilkenny und IPA Bier vom Fass über die Theke.

Noch ohne Eröffnungstermin

Die Cocktailkarte steht also, das Team ist fast komplett und auch der 75 Quadratmeter große Gastraum, der Platz für 64 Gäste bietet, ist so gut wie fertig. „Die Möbel sind alle da. Nächste Woche bauen wir die Theke ein und der Stuck an der Decke fehlt noch“, sagt Schuler. „Aufmachen könnte ich im Juni. Aber ich glaube nicht, dass die uns aufmachen lassen.“ Denn wegen steigender Inzidenzen sieht es derzeit nicht so aus, als dürften Bars bald wieder öffnen. Verstehen kann Schuler das nicht.

„Für mich ist es mittlerweile Willkür, was entschieden wird.“

„Für mich ist es mittlerweile Willkür, was entschieden wird“, sagt er. „Morgens drängen sich die Leute in die S-Bahn rein und abends darf man sich nicht gemütlich irgendwo hinsetzen, obwohl wir Klimasysteme haben und alle Regeln einhalten könnten.“ Vor allem zu schaffen macht ihm, dass er kaum etwas planen kann. „Ich hab ja auch frische Sachen, die ich einkaufen muss. Und wenn man erst öffnen darf und dann wieder schließen muss, wie es zum Beispiel bei der Außengastronomie war, muss man das dann wegwerfen. Das Geld, das du damit wegschmeißt, gibt dir kein Mensch mehr.“

Auch die Impfstrategie gibt ihm kein besseres Gefühl. „Wer geht in Cocktailbars? Bis auf ein paar Ausnahmen sind es nicht die 70- oder 80-Jährigen, sondern die 20- bis 40-Jährigen. Und die sind alle noch nicht dran mit dem Impfen.“ Anstatt ohne Planungssicherheit einen Außenbereich einzurichten, den er bei Inzidenzen unter 100 öffnen darf oder Cocktails to go anzubieten, wartet er deshalb lieber noch mit der Eröffnung.

Allerspätestens möchte er seine „Rheinhatten Bar“ aber am 1. Oktober öffnen. Dann immer mittwochs bis samstags - unter der Woche ab 20 Uhr und am Wochenende ab 19 Uhr. Dienstag ist Produktionstag und an jedem ersten Sonntag im Monat will er nur für Gastronomen öffnen: „Auch die Gastronomen wollen mal was trinken gehen - nach dieser schwierigen Zeit wahrscheinlich umso mehr.“

Logo