Nach Corona-Pandemie: Sportvereine in Rheinhessen boomen

Der Sportbund Rheinhessen hat eine neue Struktur: Das Präsidium ist jetzt ein Aufsichtsrat. Zudem steigen die Mitgliedsbeiträge und ein Umzug nach Mainz steht an. Erfreulich: Immer mehr Rheinhessen sind Mitglieder in Sportvereinen.

Nach Corona-Pandemie: Sportvereine in Rheinhessen boomen

Der Sportbund Rheinhessen setzt seinen vor vier Jahren begonnenen Strukturwandel fort. Bei der Mitgliederversammlung am 15. August in Ober-Olm beschlossen die über 200 Delegierten einstimmig eine Satzungsänderung: Das bisherige Präsidium wird zu einem Aufsichtsrat. Wie der Sportbund mitteilt, wurde das bisherige Führungsteam um den Präsidenten Klaus Kuhn einstimmig als neuer Aufsichtsrat wiedergewählt. Kuhn steht dem Gremium nun als Aufsichtsratsvorsitzender vor.

Mehr Effizienz und Professionalität

Mit diesem Schritt soll die vor vier Jahren eingeleitete Professionalisierung weiter vorangetrieben werden. Damals wurde die operative Verbandsführung bereits vom Ehrenamt an die hauptamtliche Geschäftsführung übertragen. Der neue Name soll die veränderte Rolle des Gremiums verdeutlichen. „Ein Aufsichtsrat lenkt, überwacht, gibt strategische Richtlinien vor“, erklärte Vorstand Thorsten Richter. Ziel sei es, dem Selbstverständnis als „unternehmerischer Dienstleister“ für die Vereine besser nachzukommen.

Rainald Kauer, Mitglied der AG Strukturreform, betonte, dass die Änderung das Ehrenamt nicht schwäche, sondern stärke. „Im Gegenteil: Es ist eine Konzentration auf die eigentliche strategische Verantwortung.“ Man habe den Mut gehabt, Verantwortung neu zu denken und zu ordnen.

Neuer Name, bewährtes Team

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Kuhn steht voll hinter der Entwicklung. „Eine Satzung muss leben“, erklärte er. Sie sei kein starres Konstrukt und müsse sich weiterentwickeln. „Die nun vorgeschlagenen Änderungen sind ein logischer, konsequenter nächster Schritt.“ Außer Kuhn wurden auch Ulrike Cohen, Daniel Heid, Frank Heilemann, Rainald Kauer und Till Pleuger einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt.

Kuhn lobte zudem die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen. Nach der Corona-Pandemie hätten die Vereine in Rheinhessen fast 40.000 neue Mitglieder gewonnen. Inzwischen sind eine Rekordzahl von fast 310.000 Sportlern im Sportbund Rheinhessen gemeldet. „Dieses Ergebnis ist alles andere als selbstverständlich und zeigt eindrucksvoll, welche gesellschaftliche Kraft im Sport in Rheinhessen steckt“, so Kuhn.

Beitragserhöhung und Umzug nach Mainz

Die Delegierten stimmten auch einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge mit großer Mehrheit zu. Ab 2027 zahlen die Vereine jährlich 95 Cent pro Mitglied statt wie bisher 70 Cent. Es ist die erste Erhöhung seit 2014. Mit den Mehreinnahmen soll unter anderem eine neue Stelle geschaffen werden, die sich ausschließlich um Fördermaßnahmen für die Mitgliedsvereine kümmert.

Außerdem gab der Vorstand bekannt, dass sich der Sportbund nach dem gescheiterten Neubau in Ingelheim in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem TSV SCHOTT Mainz befindet. Die neue Geschäftsstelle soll auf dessen Gelände entstehen. Bei der Versammlung wurde zudem Willi Kumm vom VfL Fürfeld für sein fast 35-jähriges Engagement als 1. Vorsitzender mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.