KI von Boehringer Ingelheim erkennt Herzerkrankungen bei Hunden

Eine neue KI-Lösung des Ingelheimer Unternehmens Boehringer Ingelheim soll Tierärzten helfen, Herzerkrankungen bei Hunden früher zu erkennen – noch bevor erste Symptome auftreten.

KI von Boehringer Ingelheim erkennt Herzerkrankungen bei Hunden

Das Unternehmen Boehringer Ingelheim und das US-amerikanische Medizintechnikunternehmen Eko Health stellen eine neue KI-basierte Lösung für Tierarztpraxen vor. Das System soll Tierärzten helfen, Herzgeräusche bei Hunden zuverlässiger zu erkennen, darzustellen und zu bewerten. Ziel ist es, Herzerkrankungen früher zu diagnostizieren.

Herzgeräusche gelten als ein zentrales und oft frühes Anzeichen für Herzerkrankungen, bleiben in der Praxis aber häufig unentdeckt. Die neue KI-Lösung analysiert digital aufgezeichnete Herztöne und gibt Hinweise auf krankhafte Veränderungen. „Mit dieser einzigartigen KI-Lösung können wir Herzgeräusche früher im Krankheitsverlauf erkennen und so dazu beitragen, dass Hunde früher eine geeignete Diagnose und Behandlung erhalten“, sagt Dr. Erich Schött, Leiter des Kleintiergeschäfts bei Boehringer Ingelheim.

So funktioniert die digitale Herzuntersuchung

Die Lösung mit dem Namen Eko Vet+TM | CANINEBEAT® AI basiert auf drei Komponenten. Ein digitaler Aufsatz für gängige Stethoskope digitalisiert die Herztöne, verstärkt sie und filtert Umgebungsgeräusche heraus. Diese Aufnahmen bilden die Grundlage für die Analyse.

Der KI-Algorithmus CANINEBEAT® AI wurde mit über 4000 Herztonaufnahmen von Hunden trainiert. Laut Hersteller erkennt er Herzgeräusche, die auf strukturelle Herzerkrankungen hindeuten, mit einer Genauigkeit von mehr als 95 Prozent. Die dazugehörige App bündelt die Ergebnisse, erstellt Visualisierungen und Berichte. Sie soll Tierärzte bei der Entscheidung und der Kommunikation mit den Tierhaltern unterstützen.

Markteinführung in Deutschland für Mai 2026 geplant

Etwa zehn Prozent aller Hunde sind von Herzerkrankungen betroffen. Die häufigste Form ist die myxomatöse Mitralklappenerkrankung (MMVD), die oft zu Herzgeräuschen führt. „CANINEBEAT® AI innerhalb von Eko Vet+TM ist eine außergewöhnliche Unterstützung für praktizierende Tierärzte und hilft ihnen dabei, Herzgeräusche schnell und mit hoher Konsistenz zu erkennen und in Grade einzuteilen“, erklärt Prof. Gerhard Wess von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der an der Entwicklung beteiligt war.

Die Markteinführung der neuen Lösung hat in den USA und im Vereinigten Königreich bereits begonnen. In Deutschland soll das System im Mai 2026 folgen, weitere Märkte sind für später im Jahr und für 2027 geplant.