An Hauswänden klettern - bald auch in Mainz?

Ob am Rathaus, an Wohnhäusern oder am Studentenwohnheim: Kletterer Tim Jacobs will normale Hauswände in Mainz zu Kletterfassaden machen. Eine Schule hat bereits Interesse an dem Konzept.

An Hauswänden klettern - bald auch in Mainz?

Hohe Berge gibt es im Rhein-Main-Gebiet weit und breit nicht. Wer klettern will, muss deshalb entweder weit fahren oder sich in Kletterhallen an bunten Kunststoffgriffen entlang hangeln. Sportlern wie Tim Jacobs reicht das nicht: Er klettert bereits seit über zehn Jahren an öffentlichen Gebäuden in Mainz und Wiesbaden (wir berichteten). Nun hat der Kletterer eine neue Idee: Er will Gebäudewände in Mainz zu Kletterfassaden umgestalten.

„Ich habe mich gefragt: Warum extra spezielle Wände aufstellen, wenn man auch vorhandene Häuserfassaden mitten in der Stadt am Wohn- oder Arbeitsplatz zum Klettern nutzen könnte?“, so Jacobs. In Kooperation mit dem Kletterwand-Hersteller X-Move will er speziell designte Kletterfassaden an Außenwände der Stadt anbringen. Und die sollen nicht wie gewöhnliche Kletterwände aussehen: „Die Wände mit den allgemein bekannten Klettergriffen sind oldschool. Es ist zwar funktionell, sieht aber an einer normalen Gebäudefassade nicht schön aus“, so Jacobs. „Ich will eine Kletterfassade gestalten, die nicht wie eine aussieht.“ Dadurch solle Klettern für die Stadt attraktiver gemacht werden.

An welchen Gebäuden es bald eine Kletterwand geben könnte

Grundsätzlich sei die Vision, überall in der Stadt eine Kletterfassade zu haben. Sie sollen dann ähnlich wie ein öffentlicher Spielplatz genutzt werden und möglichst für jeden Interessierten zugänglich sein. Dadurch sollen die Kletterfassaden den Mainzern auch einen Anreiz geben, Sport zu machen. Dabei sei es geplant, sowohl Bouldern ohne absicherndes Seil als auch die Klettervariante mit Seil anzubieten. Das Konzept veröffentlichte Jacobs vor rund einer Woche auf seiner Internetseite Buildering-Spots.de.

Ein Vorteil am Klettern an Häuserfassaden: Es braucht kaum Platz. „Ich denke an Wohngebäude in Stadtteilen wie der Neustadt oder an Studentenwohnheime“, sagt Jacobs. Er könne sich aber auch vorstellen, dass an Gebäuden wie dem Rathaus eine Kletterwand angebracht werde. „Da wäre es dann Aufgabe von Kommunen und der Politik, für einen Anreiz zur Bewegung zu sorgen.“

Alternative zur Kletterhalle

Die Idee findet Anklang. Sara, Sportlehrerin und Kletterin, findet es gut, wenn Kletterfassaden nach Mainz kommen. „Es gibt wenige Möglichkeiten, draußen zu klettern, ohne weit weg zu fahren. Gerade im Sommer ist es in den Kletterhallen echt stickig“, meint sie. Da seien genehmigte Kletterfassaden eine gute Alternative, solange die Sicherheit immer gewährleistet ist.

Eine größere Schule in Mainz hat sich bereits laut Jacobs gemeldet und könnte sich vorstellen, eine solche Fassade anzubringen. „Ich rechne damit, dass nächstes Jahr die erste Kletterfassade in Mainz benutzt werden kann“, so Jacobs.

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